English Spoken

Englisch ist nicht nur die erste Fremdsprache unserer Schüler, sondern für viele von ihnen am Ende ihrer Schulzeit sogar selbstverständliche Zweitsprache. Erfahren Sie hier mehr über die englische Sprache und das Angebot der Fachgruppe Englisch am Gymnasium Harsefeld.

1. Geschichte der englischen Sprache - Relevanz des Unterrichtsfaches

Die Geschichte des Englischen ist eine einmalige Erfolgsgeschichte: beinahe von dem Französisch der England erobernden Normannen nach 1066 verdrängt, konnte es sich nur mühsam auf den britischen Inseln verteidigen. Im höfischen England des Mittelalters galt Englisch als die "Sprache des gemeinen Volkes". Der Adel sprach eine Zeitlang Französisch. Noch heute hat das Englische deshalb für viele Begriffe zwei Wörter: ein französichstämmiges und ein englischstämmiges, wie etwa liberty und freedom.

Die Anerkennung als Literatursprache vollzog sich in den Werken William Shakespeares im 16. Jahrhundert. Aber erst durch die politischen und wirtschaftlichen Erfolge der aufstrebenden Weltmacht England begann der langsame Aufstieg dieser heute von mehr als 400 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochenen westgermanischen Sprache. Die eigentliche Bedeutung des Englischen liegt aber vielmehr in der hohen Zahl derjenigen, die Englisch als Zweit- und Verkehrssprache einsetzen, und das sind laut Wikipedia immerhin rund 1,8 Milliarden Menschen weltweit.

Seitdem Englisch auch in den niedersächsischen Grundschulen unterrichtet wird, erhöht sich durch die lange, kontinuierliche Schulung die Chance der Schülerinnen und Schüler, Englisch mit dem Abitur nicht mehr nur als "Fremdsprache", sondern wirklich als aktive Zweitsprache zu beherrschen. Eine Fremdsprache bleibt eben häufig genug - fremd.

 

2. Curriculare Grundlagen des Faches, Kompetenzen

Der Englischunterricht am Gymnasium Harsefeld hat im Einklang mit den aktuellen curricularen Vorgaben die Zielsetzung, die kommunikativen Handlungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den vier sprachlichen Fertigkeiten Lesen, Schreiben, Sprechen und Hörverstehen zu entwickeln und möglichst nahe an eine muttersprachliche Beherrschung des Englischen heranzuführen. Der Bereich Mediation tritt als fünfte Fertigkeit hinzu und beschreibt die Fähigkeit, Sachverhalte zwischen zwei Sprachen zu vermitteln. Rechtschreibung und Grammatik sind in allen Bereichen grundsätzlich nicht Selbstzweck, sondern haben dienende Funktion, sind aber im Sinne einer gelingenden sprachlichen Kommunikation unerlässlich. Dem Englischunterricht liegt wie allen modernen Fremdsprachen das Prinzip der funktionalen Einsprachigkeit zugrunde, so dass die Schüler und Schülerinnen von Anfang möglichst umfassend der Fremdsprache ausgesetzt sind und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch möglichst ausschließlich in dieser artikulieren. 

Der Englischunterricht gliedert sich in zwei grobe Lernphasen: den Ersterwerb in den unteren Schuljahren (3-4) 5-10 und die Vertiefungsphase der Oberstufe. Während die Phase des Ersterwerbs vor allem die sprachlichen Grundlagen legt und kursorisch am Schulbuch (bei uns Green Line aus dem Klett-Verlag) ausgerichtet ist, können die Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II bereits sprachlich und inhaltlich sehr anspruchsvolle Themen bewältigen, die sich beispielsweise mit Begriffen wie Cultural Identity, Science and Technology, The Media, Globalization, Individual and Society oder Beliefs and Values umreißen lassen. Das Ziel ist die Erreichung des "Kompetenzniveaus C1" gemäß dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (CERF). Der Unterricht beschäftigt sich im Sinne des sog. "erweiterten Textbegriffs" mit allen Zeugnissen der englischen Gegenwartssprache in seinen zahlreichen regionalen Ausprägungen (britisch, amerikanisch, australisch etc.). Thematisiert werden Sachtexte, Zeitungstexte, literarische Texte (Drama, Poesie, Prosa), Liedtexte, aber auch Reden, Filme und Podcasts. Im Erhöhten Niveau in Klasse 12 (früher: 13) kommt die Beschäftigung mit Shakespeare und dem Englisch des Elisabethanischen England der frühen Neuzeit hinzu. Der Schwierigkeitsgrad der Texte steigt jährlich immer etwas an, bis die Schüler in Klasse 12 tatsächlich nahezu alle Textsorten des modernen Englisch verstehen und sprachlich bewältigen können. 

Neben diesen fachbezogenen Kompetenzen werden auch methodische und soziale Kompetenzen erworben. An methodischen Kompetenzen seien genannt: verschiedene Lesefertigkeiten (z.B. scanning: überfliegendes Lesen; skimming: selektives Lesen, bei dem nach bestimmten Informationen gesucht wird; close reading: analytisches, interpretierendes Lesen), Schreibfertigkeiten (summary writing, essay writing, creative writing), Sprechfertigkeiten (monologisches und dialogisches Sprechen) und Präsentationsfertigkeiten, bei denen an unserer Schule aus einem großen Fundus an modernen Präsentationsmedien (Computer, Beamer, Whiteboard, Foto, Film, Podcast) geschöpft werden kann. Soziale Kompetenzen, wie die Kooperations- und Teamfähigkeit werden im Englischunterricht in häufiger Partner-, Gruppen- und Projektarbeit geschult. 

3. Anforderungsbereiche

Im Englischunterricht werden wie in allen anderen Fächern des Gymnasiums die allgemeinen fachspezifischen Kompetenzen in unterschiedlicher Ausprägung benötigt. Diesbezüglich lassen sich drei Anforderungsbereiche unterscheiden:

Anforderungsbereich I (Reproduktion/Textverstehen): zusammenfassen, beschreiben, markieren, wiedergeben, erzählen, etwas notieren, etwas zuordnen etc.

Anforderungsbereich II (Reorganisation/Analyse/Reflexion): untersuchen, erklären, charakterisieren, vergleichen, Hypothesen aufstellen, Standpunkte beziehen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten etc.

Anforderungsbereich III (Kommentar/kreative Aufgaben): Stellung nehmen, kontrovers argumentieren, etwas erläutern, rechtfertigen, verteidigen, seine Meinung äußern, problemlösend arbeiten etc.

Alle drei Anforderungsbereiche begegnen nicht isoliert, sondern verknüpft und eingebettet in verschiedene Unterrichtszusammenhänge. Dabei wird in der Regel nach dem Grundsatz der Progression vorgegangen, so dass die Reproduktion die Grundlage für eine anschließende Analyse oder Reflexion bildet, aus der sich letztendlich eine Beurteilung oder Stellungnahme ergibt.  

 

Die Anforderungsbereiche kennzeichnen sowohl die mündliche, als auch die schriftliche Arbeit im Unterricht. Mündliche und schriftliche Leistungen sind im Englischunterricht gleichwertig und gehen zu je 50% in die Gesamtnote ein. Lediglich in der Qualifikationsphase zum Abitur in den Jahrgängen 11 und 12 kann von dieser Regelung abgewichen werden, wenn z.B. nur eine schriftliche Lernkontrolle angesetzt wird. Diese wird dann im Normalfall nur zu 40% gewichtet, während die mündlichen Leistungen in diesem Fall 60% der Gesamtwertung ausmachen. 

4. Unser Kollegium

Neben den inzwischen dreizehn ausgebildeten Englischlehrerinnen und -lehrern, von denen ein großer Teil selbst im englischsprachigen Ausland gelebt oder studiert hat, sollen in Zukunft gastweise immer auch Muttersprachler am Englischunterricht unserer Schule mitwirken. Im Schuljahr 2008/2009 hatten wir dazu erstmals einen sog. Assistant Teacher aus England zu Gast. Englischsprachige Austauschprogramme mit Großbritannien, Nordamerika oder Skandinavien sind bisher noch nicht realisiert worden, sollen aber schrittweise folgen. Wenn Sie mehr über die an unserer Schule tätigen Englischlehrkräfte erfahren möchten, schauen Sie einfach in die Kollegiumsliste

5. Spezifika am Gymnasium Harsefeld

5.1 Lehrwerke, Hilfsmittel

An unserer Schule ist für den Englischunterricht das Lehrwerk Green Line 1-6 und Green Line Oberstufe aus dem Klett-Verlag eingeführt, bestehend aus dem Schülerbuch und einem Workbook mit ergänzenden und vertiefenden Aufgaben zum Schülerbuch. Zusätzlich arbeiten wir ab Klasse 7 mit dem PONS-Schülerwörterbuch (zweisprachig) und ab Klasse 10 mit dem Longman Dictionary (einsprachig). Beide Wörterbücher sind für einige Klassenarbeiten (nach Ansage der Lehrkraft), sowie für Klausuren und die Abiturprüfung zugelassene Hilfsmittel. Die Arbeit mit den Wörterbüchern wird im Englischunterricht geschult. Elektronische Wörterbücher dürfen von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht und bei der Erledigung der Hausaufgaben verwendet werden, nicht jedoch bei den Prüfungen. 

5.2 Außerschulische Lernorte

Eine der Anforderungen an modernen Unterricht ist die Verzahnung der Unterrichtsthemen mit den realen Erlebniswelten der Schülerinnen und Schüler. Zu diesem Zweck werden in allen Fächern gelegentlich außerschulische Lernorte aufgesucht. Naturgemäß gestaltet sich das im fremdsprachlichen Unterricht weniger leicht als in anderen Fächern, sofern sich die Schülerinnen und Schüler - dem Prinzip der eingangs erwähnten funktionalen Einsprachigkeit folgend - auch während der Exkursion mit der Fremdsprache beschäftigen sollen. Regelmäßig werden mit den Schülerinnen und Schülern der Qualifikationsphase englischsprachige Theateraufführungen des English Theatre in Hamburg besucht. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe fahren im Normalfall während der 8. Klasse in das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, wo sie auf Englisch Informationen zum Thema Auswanderung in die USA sammeln. Studienfahrten nach Großbritannien sind ebenfalls möglich, sofern Englisch auf der sog. Tutoriatsleiste liegt. 

5.3 Teilnahme an Wettbewerben, Sonstiges

Seit einigen Jahren nimmt das Gymnasium Harsefeld regelmäßig unter der fachkundigen Leitung von Frau Schopp am Sprachwettbewerb Big Challenge teil. Immer wieder haben unsere Schülerinnen und Schüler dabei vordere Plätze belegt. Dieser Wettbewerb dient einerseits dem Leistungsvergleich zwischen den Schulen und bietet andererseits motivierten, engagierten Englischschülern eine zusätzliche Gelegenheit, ihr Können spielerisch einzusetzen. 

Seit dem Schuljahr 2011/12 bietet unsere Schule Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 10 die Möglichkeit, ihre in Englisch erworbenen Kompetenzen und Fertigkeiten im Zuge der Cambridge AG unter Beweis zu stellen und mit dem First Certificate in English (FCE) abzuschließen. 

Einmal im Jahr besuchen uns im Frühjahr amerikanisch-britische Schauspieler der Covenant Players, um den Jahrgängen 5 und 6 im Rahmen eines pro Klasse einstündigen Theater-Workshops die Freude am Theater und an der englischen Sprache näher zu bringen. 

6. Wichtige Dokumente zum Download:

arrow-yellow Sek. I: Kerncurriculum Englisch (KC I) 

arrow-yellow Sek. II: Kerncurriculum Englisch (KC II, Arbeitsfassung 2009) | Zentralabitur 2010 | Zentralabitur 2011 | Zentralabitur 2012 | Zentralabitur 2013 | Zentralabitur 2014 | Musteraufgaben länderübergreifendes Abitur 2014Zentralabitur 2015Operatoren | Einheitliche Prüfungsanforderungen (EPA)

Wenn Sie weitere Fragen zum Englischunterricht haben, wenden Sie sich bitte an Herrn Behrends.