Der Latein–Unterricht am Gymnasium Harsefeld

Errare humanum est. – Carpe diem. – Nomen est omen. –In vino veritas: Wer hat nicht auch schon einmal diese oder ähnliche Aussprüche gehört und musste so tun, als ob er oder sie wüsste, was gemeint ist, hatte aber eigentlich höchstens die Spur einer Ahnung? 

Oder wer weiß, dass der Omnibus so heißt, weil er der Wortbedeutung nach „für alle“ ist?

Oder dass so alltägliche Wörter wie „Medizin“, „Fenster“, „Brief“, „optimal“, „sekundär“ lateinischen Ursprungs sind?

 

1. Bedeutung und Beitrag des Faches zur Allgemeinbildung

Latein ist tot? Latein lebt! Latein lebt in unserer deutschen Sprache, in den romanischen Sprachen wie Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch, Rumänisch, Rätoromanisch sowie in unserem Alltag, z.B. der Computersprache: Personal Computer (persona + computare), Cursor (currere), delete (delere) etc..

Daher fördert Latein ein leichteres Erlernen von modernen Fremdsprachen, einen bewussteren Umgang mit der Muttersprache im Bereich der Fremdwörter, der Grammatik und des Ausdrucksvermögens ebenso wie ein strukturiertes analytisches Denken.

Latein ist nach wie vor Studienvoraussetzung für etwa 130 Studienfächer wie Fremdsprachen, Geschichte, Archäologie und auch so moderne Fächer wie Computerlinguistik und interkulturelle Wissenskommunikation. Das Erwerben entsprechender Lateinkenntnisse während der Schulzeit erspart viel Mühe und Zeit während oder vor dem Studium.

Weitere Aspekte zum Bildungsbeitrag des Faches Latein finden sich in folgenden Unterrichtsvorgaben für das Land Niedersachsen:  
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1. Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5-10, Latein (im folgenden zitiert mit KC I) auf den Seiten 7f. . Dieses kann als PDF-Datei vom Niedersächsischen Bildungsserver unter http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_latein_08_nib2.pdf heruntergeladen werden.

2. Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, die Gesamtschule – gymnasiale Oberstufe, das Abendgymnasium, das Kolleg, Latein (im folgenden zitiert mit KC II) auf den Seiten 7f.. Dieses kann als PDF-Datei vom Niedersächsischen Bildungsserver unter http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_latein_go_i_03-11.pdf heruntergeladen werden.

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2. Fachspezifische Inhalte und Methoden

 

In der Sekundarstufe I werden die im Lateinunterricht erwarteten Kompetenzen (vgl. Punkt 3) anhand folgender Inhalte des eingeführten Lehrwerks (PRIMA Gesamtkurs Latein, Ausgabe N, 2009) vermittelt:„Treffpunkte im alten Rom“; „Römisches Alltagsleben“; „Aus der Geschichte Roms“; „Abenteuerliche Reisen“; „Der Mensch und die Götter“; „Die Griechen erklären die Welt“; „Die Wunderprovinz Kleinasien“; „Gallien wird römisch“ sowie „Rom stößt an seine Grenzen“.Diese Inhalte werden von Beginn an an vollständigen Texten erarbeitet, die in ihrem Umfang sukzessive zunehmen. Texterschließung, Übersetzung und Interpretation sowie der Erwerb und das Training der dafür notwendigen Kenntnisse im Bereich der Grammatik und Wortschatzarbeit stehen im Mittelpunkt des Unterrichts. Dabei steht Latein als Reflexionssprache im Vordergrund, die nicht gesprochen, sondern analytisch erschlossen wird.

 

 

Ab dem 2. Hj. von Kl. 9 beginnt die Lektürephase, in der Originaltexte der Prosaautoren Caesar und Cicero sowie der Dichter Ovid und Catull gelesen werden. In dieser Phase wächst der interpretatorische Anteil im Unterricht. Es werden nur noch einige wenige Grammatikphänomene neu eingeführt. Die Wiederholung wichtiger Phänomene wird hauptsächlich in die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler gelegt.In der Sekundarstufe II tritt die Grammatikarbeit in den Hintergrund und die Erarbeitung der vom Zentralabitur geforderten Inhalte und Themen anhand der ebenfalls vorgegebenen Autoren in den Vordergrund. Texte von Prosaautoren wie Cicero, Seneca, Livius, Plinius, Tacitus sowie Sallust als auch von Dichtern wie Ovid und Vergil werden erschlossen, übersetzt und interpretiert. Die Leitthemen dabei sind nach den Gegenstandsbereichen Sprache – Literatur, Gesellschaft – Kultur, Politik – Geschichte sowie Philosophie und Religion gegliedert und können z.B. lauten:

Römische Staatsphilosophie, Prinzipat und Freiheit, Römische Liebesdichtung, Umgang mit der Zeit und der Freizeit, Die Rede als Mittel der Politik u.a.. Weitere mögliche Themen finden sich im KC II, S.70.

3. Lehrgang und Kompetenzentwicklung

Im Gymnasium Harsefeld beginnt Latein im Wahlpflichtbereich als 2. Fremdsprache in der 6. Klasse. Nach der 9. Klasse wird bei ausreichenden Leistungen das Kleine Latinum erworben, nach der 10. das Latinum und nach dem 12. Jahrgang das Große Latinum. Latein als neubeginnende Fremdsprache in der Einführungsstufe der Oberstufe (Kl.10) wird am Gymnasium Harsefeld nicht angeboten.

 

Der Lateinunterricht ermöglicht den Erwerb fachspezifischer Kompetenzen in den drei Bereichen: Sprachkompetenz, Textkompetenz und Kulturkompetenz (Näheres dazu im KC I, S. 11f.). Die jeweils nach den Jahrgängen 6, 8 und 10 zu erwarteten Kompetenzen sind im KC I, S. 13-35 detailliert aufgeführt.Die fachspezifischen Methoden und Arbeitstechniken sind dabei „integraler Bestandteil des fachbezogenen Kompetenzerwerbs.“ (KC I, S. 11)Die in der Qualifikationsphase zu erwerbenden Kompetenzen gliedern sich in Basiskompetenzen, die für alle Themen gleichermaßen gelten und in themen-spezifische Kompetenzen der einzelnen Leitthemen.

Genaueres dazu s. KC II, S. 24.26; 27-38.

4. Anforderungsbereiche und deren fachspezifische Ausdifferenzierung

 

Wie in allen anderen Fächern kommen auch im Lateinunterricht und insbesondere bei den schriftlichen Lernkontrollen drei verschiedene Anforderungsbereiche (AB I;AB II; AB III) zum Tragen. Die genaue fachspezifische Ausdifferenzierung dieser Aufgabenbereiche findet sich im KC I auf den Seiten 43f. und im KC II auf den Seiten 62f..

In der folgenden Muster – Klassenarbeit sowie der folgenden Oberstufenklausur sind diese Anforderungsbereiche jeweils hinter den Aufgaben angegeben.

 

 Klassenarbeit Klasse 6 (Muster), Klausur Jahrgang 11, gA (Muster)

 

 

5. Spezifika am Gymnasium Harsefeld

 

5.1. Lehrbücher und andere Unterrichtsmaterialien

Lehrbuch 
Jg. 6 - 9 (1.Hj.): PRIMA, Gesamtkurs Latein, Textband, Ausgabe N, 2009.

 (C.C.Buchners Verlag)

  PRIMA, Gesamtkurs Latein, Begleitband, Ausgabe N, 2009.

Arbeitsmaterialien

Jg. 6 – 7: PRIMA, Arbeitsheft 1, 20042.

Jg. 8 – 9(1.Hj.): PRIMA, Arbeitsheft 2, 20062.

ab Jg. 9(2.Hj.): autorenspezifische Lektüreausgaben

  

Systemgrammatik

Ab Jg. 9 (2.Hj.): Videte. Lateinische Grammatik. lernen – üben – verstehen,

 Berlin 2007. (Cornelsen Verlag)

Wörterbuch

Ab Jg. 9 (2.Hj.): Stowasser. Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, München 2004.

5.2. Außerunterrichtliche Lernorte

In Jg. 8 unternehmen die Lateinschülerinnen und –schüler des gesamten Jahrgangs eine dreitägige Exkursion nach Xanten und Kalkriese. In Xanten besuchen sie das dortige Römermuseum sowie den archäologischen Park und in Kalkriese das Museum, das an dem Ort lokalisiert ist, an dem die Germanen unter ihrem Anführer Arminius wahrscheinlich die Römer entscheidend besiegt haben.

6. Links

Kerncurricula:    

 

EPA: PDF
Schwerpunkte des Zentralabiturs:

 

Operatoren:

  • KC I, S. 44f.
  • KC II, S. 60f.