Marc-Jonas Vogt gewinnt Landesfinale "Jugend debattiert 2011"

Die Frage, wer von den 9.900 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern für das Land Niedersachsen im Juni beim Finale "Jugend debattiert 2011" an das Rednerpult tritt und sich im verbalen Schlagabtausch mit Gleichaltrigen messen darf, ist entschieden: Marc-Jonas Vogt (Klasse 9L1) ist einer von zweien seiner Altersgruppe. 

Erst kürzlich imponierte der Harsefelder Gymnasiast Marc-Jonas Vogt in Gifhorn (16.03.2011) mit seinen famosen Redekünsten den Jurymitgliedern und dem Publikum gleichermaßen und errang mit dem ersten Platz im bundesweit an Schulen durchgeführten Debattenwettbewerb den Sieg auf Landesebene. Nach den Rededuellen in der Vorschlussrunde mit allen anderen Regionalverbundsiegern konnte sich zudem noch Tristan Blaak (Klasse 9 L1) als Sechster ebenfalls hervorragend platzieren.

Die vor dem Bundesfinale letzte Wettbewerbsrunde, der Landesentscheid, gelangte am Sybilla-Merian-Gymnasium (Meinersen) und in der Gifhorner Stadthalle zur Austragung und sah für Marc-Jonas, Tristan und alle anderen Debattanten am Vormittag jeweils zwei themengebundene Diskussionen vor, die in Zweierteams gegeneinander zu bestreiten waren. Dabei gewähren die Gesprächsregularien jeder Rednerin und jedem Redner zu Beginn der Debatte zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der sie ihre ihnen zuvor von einer Jury zugewiesene Pro- oder Contra-Position nachdrücklich und rhetorisch versiert zu vertreten haben. Im Anschluss daran erfolgt über die Dauer von zwölf Minuten eine freie Diskussion, ein jeweils einminütiges Schlusswort von jeder/m Debattierenden beendet schließlich das Wortgefecht.

Die Zielsetzung des 2001 erstmalig und in diesem Jahr zum 10. Mal durchgeführten Projekts, dessen bundesweite Ausweitung auf eine Initiative des im Jahre 2006 verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau zurückgeht und das als eines von nur wenigen unter der Schirmherrschaft des derzeitigen Bundespräsidenten Christian Wulff steht, spiegelt sich in den gesellschaftlich relevanten Themen nachdrücklich wider, die in den jeweiligen Diskussionsrunden erörtert werden. Neben der Förderung der sprachlichen und politischen Bildung der Schüler/innen beabsichtigen die Initiatoren nach eigener Aussage auch, die jugendlichen Rhetoren zum "qualifizierten Mitreden und Mitgestalten in der Demokratie anzuregen".

Die achtköpfige "Harsefelder Delegation" - beide Debattanten wurden von einer "Ersatzrednerin" und weiteren "Sekundanten" aus ihren Klassen sowie von zwei Lehrkräften begleitet - trat ihre beschwerliche Reise zum Landesentscheid nach Meinersen bzw. Gifhorn bereits am frühen Mittwochmorgen an.

Myriam Gründer (Klasse 9 L1) fasst in ihrem Bericht den Verlauf des Tages aus der Sicht einer zum "Harsefelder Debattiertross" gehörenden Schülerin zusammen:

"Bereits um 6.30 Uhr saßen alle versammelt im Shuttle-Bus nach Meinersen: Marc-Jonas Vogt und Tristan Blaak, die Regionalverbundsieger, und als deren Vertreterin Katharina Wulff. Jonte Pietsch, Franka Sauerland und ich fuhren als erwartungsvolle Zuschauer/innen und zur "seelischen Unterstützung" der beiden Wettbewerbsteilnehmer mit. Unterwegs stiegen noch Frau Schilling, die "Jugend debattiert" an unserer Schule im zweiten Jahr betreut, und Herr Hinrichs zu.

Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt und einigem Suchen fanden wir die Außenstelle des Gymnasiums Meinersen (Leiferde). Dort fand mit ein wenig Verspätung die Begrüßung mit einer Rede des Direktors und Veranstaltungsleiters im Forum der Schule statt. Darauf folgten die Einweisung der Juroren (u.a. Frau Schilling) und der Zeitnehmer/innen (u.a. Katharina) sowie die Vergabe der Themen an die Debattanten. Marc-Jonas und Tristan hatten nun eine 20-minütige Vorbereitungsphase auf ihre erste Diskussionsrunde.

Dann begannen auch schon zeitgleich in allen Vierergruppen die ersten Debatten, alle mit dem Thema: "Soll die Schule Kompetenzen für das familiäre Zusammenleben unterrichten?". Nach teilweise recht hitzigen Debatten, die wir als Zuhörerinnen und Zuhörer miterleben konnten, erfolgte die Einschätzung und Bewertung der Gesprächsleistungen nach Punkten seitens der Juroren, dem sich dann eine längere Pause und ein gemeinsames Mittagessen anschlossen. 

Nach dem Mittagessen folgte die zweite Debatte, dieses Mal mit dem Thema "Sollen Verpackungsgrößen im Lebensmitteleinzelhandel staatlich vorgeschrieben werden?". Nach der Auswertung aller Debatten wurden die erzielten Punkte für alle bekannt gegeben: Marc-Jonas wurde Zweiter mit 94 Punkten, punktgleich mit dem Erstplatzierten, Jacob Schneidewind, da dessen sprachliche Kompetenz in den zwei Vorrunden etwas höher bewertet worden war. Tristan Blaak, der sich auch einen Platz zusammen mit seinem Harsefelder Klassenkameraden am Rednerpult in der Finalrunde erhofft hatte, wurde mit 80 Punkten zwar hervorragender Sechster bei diesem Landesentscheid, schied aber leider knapp aus.

Unmittelbar darauf fuhren alle Teilnehmer/innen und Beteiligte, deren Spannungserwartung immer weiter anstieg, nach Gifhorn, um in der dortigen Stadthalle der Finaldebatte beizuwohnen. Das Thema für die Altersgruppe I (Schüler/innen der Klassen 8-9/10) lautete: "Soll Internet-Piraterie mit Internet-Sperren belegt werden?" Zu diesem Thema debattierte Marc-Jonas mit dem Erstplatzierten der Ausscheidungsrunde, Jacob Schneidewind, gegen den Dritten Jonas Wobker und den Vierten Nils Amboß. Marc-Jonas vertrat die Position "Contra 2". Nach einer grandiosen und spannenden Debatte, in der Marc-Jonas in seinen Beiträgen mit vielen Fachbegriffen und einer sehr guten Themenkenntnis aufwarten und rednerisch brillieren konnte, sprach er sich in seinem überzeugenden Schlussplädoyer für ein sogenanntes "Pay what you want-Verfahren" und eine "Kulturflatrate" aus. Zumindest aus der - zugegebenermaßen parteiischen - Sicht aller Harsefelder/innen hatte er es der Jury, die sich nun zur Beratung zurückzog, um ein Urteil zu fällen, einfach gemacht.

Bei der Ergebnisverkündung wurde schnell klar, dass Marc-Jonas auch die Jury mit seiner rednerischen Darbietung im Wortgefecht überzeugt hatte. So wurden ihm dann bei der Siegerehrung für seinen wohlverdienten ersten Platz eine Urkunde  sowie die Formulare für eine Teilnahme an einer Rhetorik-Fortbildung auf Burg Rothenfels (Spessart) ausgehändigt. Jonas Wobker, der Zweitplatzierte, darf ebenfalls an diesem Seminar teilnehmen und sich gemeinsam mit Marc-Jonas als Vertreter des Landes Niedersachsen auf das Bundesfinale "Jugend debattiert 2011" in Berlin vorbereiten. Dann wird der Bundespräsident Christian Wulff höchstpersönlich die Siegerurkunden überreichen - vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass auch er ein Niedersachse ist.

Nach diesem grandiosen Erfolg unserer beiden "Redekünstler", die am Folgetag von Herrn Book und Frau Appelkamp im Forum unseres Gymnasiums vor der versammelten Schülerschaft öffentlich belobigt wurden, fuhren wir jedenfalls alle erschöpft, aber höchst zufrieden nach Hause. Wir sind schon jetzt sehr gespannt auf Marc-Jonas´ Abschneiden und auf das Ergebnis des Bundesentscheids in Berlin."

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 (Fotos: d.hin)