In der Grenzmetropole des Imperiums

Schweres Ungemach hatte die an der nördlichen Grenze ihres Imperiums liegende Colonia Ulpia Traiana, das heutige Xanten, besonders im 3. Jahrhundert zu erdulden gehabt, als in den für die Römer strategisch besonders bedeutsamen Ort am Niederrhein die Franken aus dem Nordosten einfielen und ihn zerstörten. In der Neuzeit dagegen erweisen sich die dort aus der gleichen Himmelsrichtung „einfallenden Invasoren“ - vornehmlich geschichtsinteressierte Besucher - als ungleich friedfertiger.

Zu diesen zählten auch unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8, die zusammen mit ihren Lateinlehrerinnen Frau Dr. Agnes Hof und Frau Stefanie Hall im Rahmen einer dreitägigen Exkursion (27.06. bis 29.06.2012) in die römische Grenzmetropole aufgebrochen waren, um dort tiefere Eindrücke vom Alltagsleben und von der Kultur in den germanischen Provinzen des einst so mächtigen Reiches zu gewinnen, die sie in ihrem Reisebericht festgehalten haben. In der Zeit vom 27.06. bis zum 29.06.2012 unternahmen die Lateinkurse der Jahrgangsstufe 8 eine Exkursion nach Xanten in Nordrhein-Westfalen. Wir besuchten den Archäologischen Park (APX), in dem man viele Bauwerke, wie zum Beispiel einen Hafentempel, Thermen und ein großes Amphitheater der Römer, die dort im 1. Jahrhundert n. Chr. gelebt haben, besichtigen kann.

Die alte Römerstadt Xanten ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie an der Grenze des römischen Imperiums zu Germanien lag, die der Rhein markierte. Während einer Führung durch den Archäologischen Park Xanten sammelten wir viele interessante Eindrücke über das römische Leben und die damalige Zeit.

So besichtigten wir eine Therme, in der sich Kaltbäder und Warmbäder befanden. In der Antike war ein Bad purer Luxus. Außerdem besichtigten wir ein Amphitheater, das originalgetreu nachgebaut worden ist. Es war beeindruckend, dass man dort von jedem Platz, selbst aus ca. 15 Metern Höhe, eine gute Sicht auf die Arena hatte, in der damals Gladiatorenkämpfe zur Unterhaltung des Publikums stattgefunden haben. Zudem war auch die Akustik erstaunlich gut. Die Architektur des Amphitheaters war schon damals so ausgereift, dass es selbst heute noch für Fernsehshows genutzt werden kann.

Außerdem erfuhren wir, dass die Römer bereits vor ca. 2000 Jahren eine Art Kühlschrank benutzten und Fußbodenheizungen kannten. Die Erkenntnis, dass sie unsere heutigen Lebensweisen entscheidend mit beeinflusst haben, beeindruckte uns alle sehr.

Aber nicht nur die antiken, sondern auch die modernen Stätten haben bleibende Eindrücke hinterlassen. Gedacht ist dabei in erster Linie an unsere komfortable Jugendherberge in der Nähe von Xanten: Zwar mussten wir an unserem Ankunftstag einige Stunden warten, bis wir schließlich die Dreier-und Viererzimmer beziehen konnten, doch anschließend kamen uns dann die schlichten Betten nur um so bequemer vor. Zuvor hatten wir die lange Wartezeit genutzt, um im großen Speisesaal bzw. draußen im Innenhof Mittag zu essen, das Gelände zu erkunden oder den Kühlschrank im Tagungsraum zu plündern.

In der Mitte des schon erwähnten Innenhofes befand sich außerdem ein kleiner Holzpavillon, und überall in der Herberge gab es gemütliche Nischen, um sich dort niederzulassen. Erfreulich waren auch das Vorhandensein eines neuen Kunstrasenplatzes sowie eines Volleyballfeldes, zweier Hockeytore und von Tischtennisplatten. Durch die großen Terrassentüren gelangte man leicht in das uns reichlich gespendete Sonnenlicht hinaus, außerdem war jedes unserer Zimmer mit einem eigenen Bad versehen.

Den ersten Tag unseres Aufenthalts in Xanten ließen wir ganz entspannt durch einen Spieleabend ausklingen, am zweiten saßen wir mit einer anderen Klasse in den miteinander verbundenen Gruppenräumen zusammen und verfolgten gespannt dem Europameisterschaftsspiel der deutschen Fußballmannschaft an diesem Tage. Alles in allem verbrachten wir - auch in unserer Unterkunft - eine schöne Zeit, an die wir uns gerne erinnern werden.

 

Bericht: Johanna Maria Kalinski (8 FL1), Sarah und Lea Müller (beide 8 FL2)

Fotos: Philipp Wennrich (8 FL1)