MIG: Für eine Woche Betriebsvorstand

In der Woche vom 19. bis 23. März 2012 hat die Klasse 10F3 am Management Information Game (MIG) des Bildungswerks der niedersächsischen Wirtschaft teilgenommen. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler die Posten von Vorstandsmitgliedern in selbst ausgedachten Unternehmen übernommen und haben festgestellt, dass diese oft anstrengende Tage und kurze Nächte haben. 
Die fiktiven Unternehmen bestanden bereits seit zehn Jahren und wir mussten anschließend die Leitung übernehmen. Dabei wurde an vier der fünf Tagen eine Spielrunde ausgetragen, die jeweils einem Geschäftsjahr entsprach. Während dieser Spielrunden haben wir in drei Gruppen von jeweils sieben Schülerinnen und Schülern alle wichtigen Entscheidungen, wie zum Beispiel die Produktionsmenge und den Personaleinsatz, für unser Unternehmen selbst getroffen. Betreut wurden wir während der Woche vom  Seminarleiter Herrn Andreas Mätzold, der uns während der Spielrunden unterstützend zur Seite stand, sowie unserem Politiklehrer Herrn Jankowski. Außerdem haben viele Vertreter der heimischen Wirtschaft Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten, die für junge Unternehmer von Bedeutung sein könnten. Stattgefunden hat das Seminar in den Räumlichkeiten der Viebrockhaus AG in Harsefeld, wo wir zusätzlich eine ausgezeichnete Verpflegung erhielten.
 
Zu Beginn des Planspiels am Montag wurden wir zunächst begrüßt und haben anschließend den ersten Vortrag Unternehmensziele, Unternehmensplanung gehört. Nach einer halbstündigen Pause mit Keksen, Obst und Süßigkeiten hat uns Herr Mätzold alles zum Seminar erklärt, sodass wir nach dem schmackhaften Mittagessen mit der ersten Spielrunde beginnen konnten. Bei dieser hatten wir jedoch noch einige Probleme und kamen nur sehr stockend voran, sodass wir erst gegen 19 Uhr fertig waren und nach Hause fahren konnten.
 
In der Regel waren die Tage folgendermaßen strurkturiert: Der Tag begann mit Vorträgen, anschließend haben wir die Spielrunde vom Vortag ausgewertet und danach haben wir uns in den Gruppen zusammengefunden und die nächste Spielrunde ausgetragen, was von Tag zu Tag besser verlief. Bei der Auswertung wurden die Entscheidungen der drei Unternehmen PROtec, Star-Tech und Seventronics verglichen und es wurden Daten wie der Umsatz, der Gewinn oder der Absatz der Unternehmen bekanntgegeben.
 
Ein erstes Highlight stand am Mittwoch an. Nach der Mittagspause wurden wir von hilfsbereiten Eltern zum Betrieb der Eisbär-Eis GmbH nach Apensen gefahren, wo uns das Unternehmen mit den Produktions- und Lagerhallen von freundlichen Mitarbeitern gezeigt wurde. Nach der Besichtigung durften wir in der Unternehmenskantine verschiedene Eissorten probieren.
 
Anschließend fuhren wir zurück nach Harsefeld, wo neben der nächsten Spielrunde eine weitere Aufgabe auf uns wartete. Wir mussten elektronische Bekleidungsberater entwickeln, die wir am Donnerstagabend Wirtschaftsvertretern aus Harsefeld und Umgebung vorstellen mussten. Für die Bekleidungsberater haben wir uns während einer Abstimmung am Montag entschieden. Die Entwicklung der Geräte und das Erstellen von Flyern und einer Marketingpräsentation für den folgenden Abend haben bei den drei Gruppen bis weit in die Nacht hinein gedauert.
 
Am Donnerstag haben wir, müde nach der kurzen Nacht, nach zwei Vorträgen die dritte Spielrunde ausgewertet, danach die vierte ausgetragen und dabei letzte Arbeiten an unseren Präsentationen getätigt. Gegen 18 Uhr fuhren wir zum Gebäude der Steuerberatung Ludigkeit + Säland, wo wir unsere Produkte den Gästen vorstellten und diese anschließend über den Gewinner des Präsentationsabends abstimmten. Den Unternehmen wurden gemäß der Anzahl an Stimmen Geldbeträge für ihr Unternehmensbudget gutgeschrieben. Nach den Präsentationen gab es kleine Speisen und Getränke und zwanglose Gespräche zwischen den Gästen und den „Vorstandsmitgliedern“. 
 
Am Freitag standen dann zum Abschluss des Seminars die Hauptversammlungen der Unternehmen mit den Aktionären an. Die Rolle der Aktionäre übernahmen dabei die Mitglieder der anderen Gruppen sowie Herr Mätzold und Herr Jankowski. Diese dachten sich verschiedene Rollen aus. So gab es auf der Versammlung zum Beispiel Vertreter von Wohltätigkeitsorganisationen und Aktionäre aus den verschiedensten Ländern der Welt, die zum Teil den Vorstandsmitgliedern mit ihren jeweiligen Landessprachen Probleme bereiteten. Diese mussten anhand einer vorher angefertigten Präsentation durch Zahlenmaterial die Entwicklung des Unternehmens zeigen und sich dabei kritischen Fragen stellen. Oft waren die Aktionäre mit den Entscheidungen der Vorstände nicht einverstanden, meist da die Dividende ihrer Meinung nach zu niedrig war. So kam es auch dazu, dass ein Vorstand nicht entlastet wurde. Nach der Versammlung gab es noch eine Abschlussbesprechung und wir durften gegen 15.30 Uhr müde von einer anstrengenden Woche nach Hause fahren. 
 
Rückblickend auf die Woche denken wir, dass es, obwohl es sehr anstrengend war und man seine Hobbys vernachlässigen musste, eine durchaus erfolgreiche Woche war. Wir haben in der Woche viel über Wirtschaft gelernt und Erfahrungen gesammelt, die uns in unserem Leben weiterhelfen können. Außerdem war es bemerkenswert, wie die Arbeit in der Gruppe funktionierte. Besonders während der Produktentwicklung haben wir uns innerhalb unserer Gruppe gut ergänzt. So haben zum Beispiel die kreativen Schülerinnen und Schüler sich besonders mit der Marketingpräsentation beschäftigt, während andere sich um die Produktentwicklung oder das Planspiel, welches nebenbei  auch noch erledigt werden musste, gekümmert haben. So konnte jeder innerhalb der Gruppe ein persönliches „Spezialgebiet“ übernehmen. Natürlich gab es auch Streitigkeiten innerhalb der Gruppe, was aber – so denken wir – auch dazu gehört. Insgesamt können wir jedem, der die Möglichkeit hat, am MIG teilzunehmen, nur dazu raten. 
 
Geschrieben von Kevin Viebrock und Connor Wiechern (10F3)