Sandbostel - Der Film

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts haben Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen unter Anleitung von Frau Dade und Herrn Möschl unter medienpädagogischer Begleitung von Herrn Behrends einen Dokumentarfilm über das ehemalige Kriegsgefangenenlager "Stalag X B" und das Schicksal der dort internierten russischen Kriegsgefangenen produziert. Der Film wurde vom Niedersächsischen Kultusminister mit dem Niedersächsischen Friedenspreis 2011 ausgezeichnet. Weitere Informationen und den kompletten von unseren Schülern erstellten Film sehen Sie hier.

 

Im ehemaligen Lager „Stalag X B“ (Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X, Hamburg) waren russische Gefangene neben britischen, französischen, belgischen und jugoslawischen Kriegsgefangenen spätestens seit dem 22. Juni 1941 die zahlenmäßig größte Gruppe der Internierten. Im Laufe der Jahre waren dort bis zur Befreiung im April 1945 mehrere hunderttausend Kriegsgefangene, aber auch - nach Auflösung des Konzentrationslagers in Neuengamme - annähernd 10.000 KZ-Häftlinge untergebracht. Das infolge einer Typhusepidemie notwendig gewordene Niederbrennen großer Areale des Lagers durch die britischen Befreier hinterließ jedoch einige Gebäude des „Stalag X B“, das nach unterschiedlicher Nutzung im Verlauf der Jahre ab 1992 unter Denkmalschutz gestellt und zur Gedenkstätte erklärt wurde.
 
Ganz im Sinne des Stiftungsmottos „Versöhnen, Erinnern, Gedenken, Dokumentieren“ hatten die Harsefelder Gymnasiasten ihr Geschichtsprojekt unter Leitung von Dr. John Cramer(Schulreferent beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Herrn Möschl gestellt. Nun erinnerten sie im Verlauf der diesjährigen Gedenkfeier mit ihrem daraus hervorgegangenen Filmbeitrag in besonderer Weise an das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen: Das Zitieren von Zeitzeugen, die Präsentation von Fotos, Texten sowie beklemmenden Berichten über Gefangenentransporte, Hunger, Elend und massenhaften Tod vermittelten den Anwesenden auf eindringliche und nahegehende Weise die menschenverachtende Behandlung, unter der alle Kriegsgefangenen, besonders aber die sowjetischen zu leiden hatten. Seitens der anwesenden Gäste wurde die Mitgestaltung der Harsefelder Gymnasiasten an der Gedenkfeier, die mit einer Andacht auf der Kriegsgräberstätte begann und in der ehemaligen Lagerküche fortgesetzt wurde, als anrührende und würdevolle Bereicherung des Programmablaufs empfunden.