Neu zertifiziert: Das AGG ist "Umweltschule in Europa"

Erstmals ist unser Gymnasium auf einer Auszeichnungsveranstaltung, die in der vergangenen Woche (26.09.2019) im Freilichtmuseum am Kiekeberg stattgefunden hat, von der Regionalabteilung Lüneburg mit dem Qualitätssiegel "Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule" zertifiziert worden: Die an diesem Tage nach Ehestorf-Rosengarten angereiste Delegation des AGG erhielt aus den Händen des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne vor Ort eine offizielle Urkunde ebenso wie eine entsprechende Fahne, mit der unsere Schule – zunächst einmal in den nächsten zwei Jahren – für Umwelt und Natur auch nach außen hin deutlich Flagge zeigen wird.

Basierend auf der Idee, das Schulprofil unseres Gymnasiums deutlicher auszuschärfen sowie die Bereitschaft zum Engagement seiner Schülerinnen und Schüler im Bereich „Umwelt“ und letztlich auch deren Identifikation mit ihrer Schule zu fördern, hatte sich die Schulgemeinschaft des AGG Ende des Jahres 2017 in allen Entscheidungsgremien dafür ausgesprochen, ein Projekt „Umweltschule in Europa“ aufzulegen und sich um eine Zertifizierung des Aue-Geest-Gymnasiums zu bewerben, das allein schon durch seine Benennung die Verbundenheit mit den prägenden Landschaftselementen seiner ganzen Region unverkennbar zum Ausdruck bringt.

Erfolgversprechend für eine derartige Bewerbung erschien ferner allen an den weiter erforderlichen Schritten maßgeblich Beteiligten – unserer Schulleitung, der Projektgruppe unter Federführung von Frau StR´ Sarah Tismer sowie der Steuergruppe unter dem Vorsitz von OStR´ Dr. Solveig Malatrait – die Tatsache, dass wir als Schule im ländlichen Raum und den damit verbundenen Möglichkeiten bereits über beste Voraussetzungen verfügten, um das angestrebte Qualitätssiegel zu erhalten: Schon zum damaligen Zeitpunkt liefen nämlich bereits kleinere Projekte, und es bestanden unterschiedliche Initiativen am AGG (z.B. das Energiesparprojekt „Fifty-fifty“, das Schwalbenhotel, die AG „Naturdetektive“, die Bienenwiese, Seminarfächer und -arbeiten zur  Thematik „Umwelt“ usw.), die den Gedanken der Zertifizierung im Grunde genommen unterstützten, indem sie sich die nachhaltige Verbesserung der Umweltverträglichkeit unserer Schule zum Ziel gesetzt hatten.

Der weitere Verlauf des Projektes erstreckte sich dann über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren: Es galt, konkrete Schwerpunkte (zwei aus zwölf vom Projektträger vorgegebene Handlungsfelder) auszuwählen, die zwei Jahre lang von der Schulgemeinschaft des AGG für die Zertifizierung als Umweltschule verfolgt werden sollten, was im Rahmen einer Befragung der Schüler- und Lehrerschaft vollzogen wurde. Festgelegt wurden schließlich die folgenden Handlungsfelder:

Handlungsfeld 1: Energie / Klimaschutz: „Klimawandel und Energiewende

Handlungsfeld 2: Nachwachsende Rohstoffe / Recycling / Abfall u. Fairer Handel: „Nachhaltiges und faires Konsumieren

Nach der Zulassung der Bewerbung erfolgten an unserem Gymnasium im weiteren Projektzeitraum – begleitet und dokumentiert von der Steuergruppe des AGG – in einer angemessenen Bandbreite und Vielzahl folgende Aktivitäten: AG „Umweltdetektive“, Insektenhotel, Weidenflechtzäune, Nistgelegenheiten für Tiere, Überwinterungsstationen für Igel, Blumenwiese für Bienen und Bau eines Schwalbenhotels (Handlungsfeld 1), Installieren eines Wasserspenders, Handy- und Deckel-Sammelaktionen (Handlungsfeld 2).

Mitte des Jahres konnte dann auch die Darstellung bzw. Dokumentation dieser Aktivitäten die aus Vertreterinnen und Vertretern des Kultusministeriums, des Umweltministeriums, des Landeselternrates und des Landesschülerrates bestehende Jury überzeugen und führte letztlich erstmals zur Auszeichnung unseres Gymnasiums  als „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“, die mit dem Recht verbunden ist, diesen Namen und das Logo „Umweltschule“ zu führen.

Auf der diesjährigen Auszeichnungsveranstaltung der Regionalabteilung Lüneburg schließlich, die kürzlich in Ehestorf-Rosengarten stattgefunden hat, wurde dieses Recht dem AGG nunmehr vom Niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne und von Markus Steinbach (Regionalkoordinator) auch ganz offiziell mit der unserer Delegation ausgehändigten Urkunde sowie einer entsprechenden Flagge verliehen, sodass unser Gymnasium sich in den Reigen der ca. 400 Schulen, deren Mitglieder der Schulgemeinschaft kontinuierlich in diesem Projekt arbeiten, zumindest für die kommenden zwei Jahre gesellt. Dann wiederum gilt es, sich neuerlich für weitere Projektzeiträume zu bewerben, um dieses Qualitätssiegel zu erhalten.

Hintergrund: Umweltschule in Europa

Seit 1995 wird das Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ in Niedersachsen für alle Schulen angeboten. Es ist mit ca. 400 teilnehmenden Schulen heute das größte schulische Netzwerk in unserem Bundesland.

Die Schulgemeinschaften der Umweltschulen verfolgen das Ziel, über einen Zeitraum von zwei Jahren durch konkrete Maßnahmen die Bereitschaft zu umweltgerechtem Verhalten zu erhöhen. Die international abgestimmten Themen sind Energie/Klimaschutz, Recycling/Abfall, Wasser sowie Mobilität, Fairer Handel und Globales Lernen (vgl. www.eco-schools.org). Eines dieser Themen sollte bei der Erst-Teilnahme bearbeitet werden. Darüber hinaus kann jede Schule unter einer Vielzahl von Themen wählen.

"Umweltschule in Europa/ Internationale Agenda 21-Schule" ist zertifiziert als Dekade-Projekt "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) der Vereinten Nationen und stellt mit seiner Handlungsorientierung ein Projekt dar, das dazu beiträgt, das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie den Nationalen Aktionsplan BNE umzusetzen. In Niedersachsen unterstützt das Umweltschule-Projekt all diese Aktivitäten mit dem Ziel, Schulqualität und Gestaltungskompetenz zu fördern. Diese Zielsetzung findet sich auch im Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen wieder.

Quelle: https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/schulen/schulentwicklung/bne/umweltschule

 Foto: D. Hinrichs