Zu Gast in Belgien

In der Zeit vom 10.01.2013 bis zum 18.01.2013 besuchten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 gemeinsam mit ihren beiden Lehrerinnen Frau OStR´ Thora Meißner und Frau StR´ Susanne Gebben eine Woche lang unsere Partnerschule in Athus (Belgien). Ihre Eindrücke und ganz persönlichen Reiseerfahrungen während des diesjährigen, nunmehr zum zweiten Male stattfindenden Schüleraustauschs mit dem Gymnasium Athénée royal d´Athus haben sie in kurzen Tagesberichten festgehalten, die im Folgenden allen Interessierten zugänglich gemacht werden.  

Die Ankunft (Donnerstag, 10.01.2013)

Die geplante Abfahrt nach Belgien um 8:15 Uhr konnten wir erst um 8:30 Uhr beginnen. Dies hatte mehrere Gründe, zum einen, weil sich Abfahrten immer verzögern, und zum anderen, weil wir fast jemanden vergessen hätten. Eine Schülerin kam zu spät, da sie ihren Koffer erst am Morgen gepackt hatte.

Als wir dann endlich auf dem Weg waren, haben wir unsere Zeit mit Reden, Essen, Musik hören und Filme gucken totgeschlagen. Immerhin waren wir fast neun Stunden für über 600 km unterwegs. Der Bus war ziemlich leer, denn wir waren nur 13 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrer plus Busfahrer. Kurz bevor wir in Athus ankamen, wurden noch eben schnell die Wörterbücher kontrolliert und Sätze für typische Situationen eingeübt. Unglücklicherweise stellte sich heraus, dass ein Wörterbuch nicht auf Französisch, sondern auf Englisch war. Nachdem wir noch die wichtigsten Sätze aufgeschrieben hatten, waren wir auch schon da. Das Gefühl bei der Begrüßung war ein bisschen seltsam, aber das legte sich recht schnell wieder. Die Belgier hatten ein nettes Buffet vorbereitet und bei Kuchen und Getränken lernten wir uns kennen. Damit war der erste Tag auch schon zu Ende.

Anna-Lena Grugel und Anna-Sophie Fromhage

Ein Tag in Athus (Freitag, 11.1.2013)

Nach einer doch sehr kalten ersten Nacht mussten wir erst um 6:30 Uhr aufstehen. Wenigstens längeres Schlafen als in Deutschland war also möglich. Bevor wir uns alle zusammen um 8:00 Uhr getroffen haben, gab es ein kleines Frühstück in der Familie. Kurz nach dem Morgenappell ging es in das „centre culturel d'Athus“, wo uns Herr Rits, ein Vorsitzender des Rathauses, mit einem weiteren kleinen Frühstück empfing. Dazu kam auch noch der Schulleiter Herr Jacob vorbei.

Nach dem leckeren Essen gingen wir mit vollen Mägen zurück zur Schule, in der wir vier Stunden Unterricht mitmachen durften. Davor haben wir allerdings noch ein paar Gruppenfotos gemacht. Als erstes stand dann für einen Großteil von uns Deutsch auf der Tagesordnung, wobei wir nähere Informationen über das Schulleben der Belgier bekommen haben. Drei von uns hatten allerdings Englisch. Danach hatten wir Sport. In Belgien finden sogar Aufwärmübungen vor dem eigentlichen Sport statt, welche wir in solchem Ausmaß nicht annähernd gewöhnt sind. Liegestütz, Sit-ups und Laufen, Laufen, Laufen ist dort völlig normal. Das Volleyballspielen hingegen hat allen viel Spaß gemacht. Das letzte Fach vor der Mittagspause war Biologie mit einer total coolen Lehrerin: „Das jetzige Thema sind Drogen.“ Eine elementare Sache haben wir alle gelernt: Drogen sind schlecht!

Zum Mittag gab es wahlweise entweder Baguette mit Aufschnitt oder Kartoffelpüree mit Wurst. Es hat ganz gut geschmeckt, jedenfalls besser als an unserer deutschen Schule. Als Letztes durften wir uns am belgischen Matheunterricht „erfreuen“. Den Rest des Tages haben wir dann in unseren Gastfamilien verbracht.

Anna Sophie Jacob, Greta Neumann und Florian Schulz

Drei Länder an einem Tag (Montag, 14.01.2013)

Heute Morgen sind wir Deutschen und unsere belgischen Austauschpartner mit dem Bus von Athus in Belgien nach Metz gefahren. Die französische Stadt hat etwa 120.000 Einwohner.

Wie auch schon die vorherigen Tage war es draußen sehr kalt und es lag Schnee. Nach eineinhalb Stunden Busfahrt kamen wir im Zentrum von Metz an, wo sich auf Grund einer Baustelle ein Problem ergab. Wir haben es einfach nicht geschafft, mit dem großen Bus, eine enge Kurve zu passieren. Nach gefühlten Stunden und der Hilfe von unserem Busfahrer Uwe, den Lehrern und einigen Passanten, konnten wir endlich weiterfahren.

Der erste Programmpunkt war die Innenstadt von Metz, wo wir uns die große Kathedrale angesehen haben. Was uns daran am besten gefallen hat, sind die großen, bunten, wunderschönen Fenster von Marc Chagall, durch die das Licht strahlte. Danach hatten wir Freizeit, die die meisten zum Shoppen nutzten oder bei McDonalds verbrachten. Denn sobald man dort hineinging, sah man viele bekannte Gesichter - sowohl Deutsche als auch Belgier.

Am Nachmittag waren wir im Museum „Centre Pompidou“, ein Museum mit verschiedenen Gemälden und anderer Kunst. Um uns einen Überblick zu verschaffen, sollten wir Fragebögen auf Französisch ausfüllen, den einige nicht ganz so spannend fanden. Es standen dort Fragen drauf wie „Welches Kunstwerk findest du am schönsten?“ Der zweite Stock hat uns sehr gut gefallen. Vor riesigen schwarz-weiß-grauen Wandmustern ließen sich tolle Fotos machen.

Auch wenn wir nach diesem Tag in Metz schon ziemlich müde waren, stand noch eine weitere Aktivität an: ein Erlebnisbad in Strassen (Luxemburg). Ein Wellenbad, ein Außenbereich, zwei Rutschen und Sprungtürme gab es dort. Einige von uns sind aus dem Außenbecken ausgestiegen und durch den Schnee gelaufen. Und einige Belgier haben sogar Schneeengel gemacht und ein Junge lag etwa drei Minuten im Schnee. Das war lustig. Insgesamt ein super Tag, der uns allen viel Spaß gemacht hat, und gut geschlafen haben wir die Nacht danach auch!

Meike Staecker und Lara Wöhlkens

Ein Tag in Luxemburg (Dienstag, 15.01.2013)

An diesem Tage besuchten wir die Stadt Luxemburg. Leider waren zwei deutsche Schüler krank, und so starteten wir nur mit elf Schülern, zwei Lehrern und unserem lieben Busfahrer Uwe, während unsere Austauschpartner in der Schule Unterricht hatten. Da in der Nacht zuvor ca. 10 cm Schnee gefallen waren, kamen wir auf der Autobahn nur schleppend voran, denn wir schafften in einer Stunde ca. 15 km und brauchten letztlich über das Doppelte der geplanten Zeit.

Mit unserem „Guide“ ging die Busfahrt in der Stadt dann weiter und uns wurden zunächst vom Bus aus die wichtigsten Gebäude und Sehenswürdigkeiten gezeigt. Angefangen mit dem 21 Meter hohen Denkmal der „Goldenen Frau“ bis zu den europäischen Institutionen auf dem Kirchberg-Plateau.

Wir setzten unsere Stadtbesichtigung zu Fuß fort und sahen uns insbesondere die Altstadt an, dort zum Beispiel den Großherzoglichen Palast. Es wurden dann noch einige Fotos mit dem Wachposten gemacht, der vor dem Palast seine Runden marschierte und weiter ging’s.

Nach der Besichtigung hatten wir noch Zeit, um in der Stadt eine Kleinigkeit zu essen oder um shoppen zu gehen, wobei wir dann erst einmal die Geschäfte stürmten, um uns in den Läden etwas aufzuwärmen.

Auf der Rückfahrt überlegten wir zunächst, ob wir noch etwas zu Essen in der Schulkantine bekommen würden, da wir ungefähr eine Stunde Verspätung hatten. Zum Glück wurde aber unser Mittagessen in der Mensa warm gehalten und alle machten sich über das Salatbuffet, Pommes mit verschiedenen Beilagen und Kiwis her. Das Essen hat uns so gut geschmeckt, so dass überall noch Nachschlag verlangt wurde. Nach dem Essen wurden wir aus der Mensa von unseren Austauschpartnern abgeholt und gingen mit ihnen in deren Unterricht.

Manon Meier und Kevin Moharos

In Belgiens Hauptstadt (Mittwoch, 16.01.2013)

Am Mittwoch haben wir unseren Tag in der belgischen Hauptstadt Brüssel verbracht. Nach einer etwa 200 km langen Busfahrt durch die wunderschöne Schneelandschaft kamen wir am Atomium an. Schon von weitem konnte man das riesige Gerüst aus neun Kugeln und mehreren Stäben gut erkennen, aber erst als wir davor standen, wurde uns dessen Größe bewusst. Das Atomium wurde für die Weltausstellung von 1958 erbaut und seine neun großen Kugeln symbolisieren die neun Provinzen von Belgien. Innerhalb der Kugeln des Atomiums befinden sich interessante Designergegenstände, z.B. moderne Fahrräder oder „Schlafkugeln“ sowie eine Ausstellung über die Geschichte der Weltausstellung.

Danach unternahmen wir eine Busfahrt durch Brüssel, gefolgt von einem Rundgang durch Innenstadt Brüssels. Innerhalb dieser drei Stunden erfuhren wir viele interessante Informationen über Brüssel und sahen verschiedene Sehenswürdigkeiten wie das Stadtschloss oder den belgischen Triumphbogen.

Zu Fuß besichtigten wir zuerst die Kathedrale mit ihren prunkvollen, bunten Fenstern von Marc Chagall. Die Kathedrale in Brüssel ist die wichtigste in Belgien, da dort die Trauerfeiern der Königsfamilie stattfinden. Später gingen wir zur „Grand-Place“, wo auch das Rathaus steht, und dann schließlich zur meistfotografierten Sehenswürdigkeit: dem „Manneken Pis“. Leider trug der kleine pinkelnde Junge an diesem Tag keine seiner speziellen Uniformen, die ihm gelegentlich angezogen werden.

Den Rest des Tages konnten wir endlich Brüssel in kleineren Gruppen mit unseren Austauschpartnern auf eigene Faust erkunden und verschiedene Geschäfte nach Andenken durchstöbern. Unser Ausflug endete dann, als wir alle erschöpft im Bus saßen und Uwe, unser Busfahrer, uns wieder sicher nach Athus gefahren hat.

Maike Hilmer und Cheyenne Skrzekowski

Ausflug nach Arlon (Donnerstag, 17.01.2013)

Wir trafen uns wie jeden Morgen um 8 Uhr an der Schule. Während die Belgier in den Unterricht mussten, stand für uns ein Ausflug nach Arlon an. Das war die nächste größere Stadt. Nachdem wir eine Stunde auf einen Schüler gewartet hatten, fuhren wir mit einiger Verspätung los, nachdem es sich herausgestellt hatte, dass er und sein Austauschpartner einfach verschlafen hatten. 

Nach einer kurzen Busfahrt hatten wir eine französische Führung im Museum von Arlon. Sie handelte von der Geschichte der Stadt seit der Römerzeit und den römischen Soldaten. Außerdem von den verschiedenen Göttern der Region und den römischen Grabsteinen, die in Arlon gefunden wurden, und ihren Geschichten. Danach wurden wir in vier Gruppen eingeteilt, um in der Stadt Umfragebögen mit Hilfe von Interviews zu beantworten. Dabei mussten wir verschiedene Leute in Arlon befragen, um das Quiz zu beantworten, in dem Fragen über Belgien und Deutschland gestellt wurden. Wie an den meisten Tagen in Belgien war es sehr kalt und es schneite.

Danach fuhren wir zum Shoppen in das Einkaufszentrum. Dort kauften wir Essen für die Fahrt, aber auch die letzten Souvenirs, die uns an den Austausch in Belgien erinnern sollten. Dann ging es mit dem Bus zurück zur Schule: Dort gab es, extra für uns warm gehalten, Pommes mit Hackfleisch. Nachdem wir gegessen hatten, ging es für einige Schüler mit den Belgiern in den Französischunterricht, während die anderen Crêpes für die Abschiedsparty gebacken haben. Danach fuhren wir mit den Belgiern für zwei Runden ins Bowlingcenter. Zurück in der Schule gab es noch eine Abschiedsparty mit leckerem chinesischen Nudeln und Hühnchenfleisch. Erst spät am Abend ging es zurück zur letzten Nacht in Belgien.

Timo Degen und Jona Wilke

Die Rückkehr nach Harsefeld (Freitag, 18.01.2013)

Die Rückfahrt wurde auf 7:30 Uhr vorgezogen, um dem täglichen Stau zu entgehen, in den wir auf dem Weg nach Luxemburg geraten waren. Wir mussten nämlich von Belgien aus durch Frankreich und Luxemburg nach Deutschland fahren! Der Abschied an der Schule war traurig, aber wir alle freuten uns auf zu Hause, auf unsere Betten und unsere Heizung. Und wir wussten auch: Bald werden wir uns wiedersehen! Die Rückfahrt war fast wie die Anfahrt, nur wurde diesmal mehr geschlafen, weil wir alle erschöpft und viele auch erkältet waren. Wir konnten uns sogar einen Film ansehen, wobei wir die englische Version gewählt haben. Dadurch erschien uns die Fahrt nicht so lang und auch, weil wir außerdem regelmäßig Pausen auf Rasthöfen machten. Um 16:30 Uhr kamen wir endlich an der Schule an, bereits von unseren Eltern erwartet.

Anna-Lena Grugel und Anna-Sophie Fromhage




Weitere Fotos und Berichte in französischer Sprache befinden sich auf drei Stellwänden, die gegenwärtig im Forum des AGG aufgestellt sind.