Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld

Ein glücklicher Hausherr nimmt seinen Hut - Verabschiedungsfeier für Oberstudiendirektor Johann Book

Vielfältiges Lob, Dank, Anerkennung und Ausdruck des Respekts sowie der persönlichen Wertschätzung bestimmten die Redebeiträge und Grußworte derjenigen, die anlässlich der Verabschiedung unseres Schulleiters Herrn OStD Johann Book im Verlauf einer stilvollen, kreativen und bewegenden Feierstunde in dieser Woche (26.06.2018) vor mehreren hundert Gästen das Rednerpult in unserem Forum erklommen.

In den aus unterschiedlichen Perspektiven vorgenommenen Rückschauen auf mehr als 40 Jahre Schuldienst wurde von allen Rednern immer wieder auf die vom angehenden Pensionär in vierzehn Jahren geleistete „Aufbauarbeit“ als erstem Leiter des Gymnasiums Harsefeld, später dann Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld, Bezug genommen – und nicht zuletzt auch der Symbolgehalt seines unverwechselbaren Marken- und Gütezeichens facettenreich ausgeleuchtet, bevor das sich stets von ihm gut behütet empfundene Lehrerkollegium des AGG vor ihrem aus dem aktiven Dienst scheidenden Chef den Hut zog.

Musikalische Eröffnung durch die Schulband mit "Was wirklich bleibt" (Christina Stürmer)

„Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“

Dass die heutige feierliche Verabschiedung des Schulleiters am Aue-Geest-Gymnasium eine Premiere sei, darauf wies unsere stellvertretende Schulleiterin Frau StD´ Ute Appelkamp in ihrer Begrüßungsansprache die zahlreichen Ehrengäste – darunter kommunale Amts- und Würdenträger, ehemalige und amtierende Direktoren, vormalige Kollegen sowie Mitglieder des Lions Club Harsefeld – das Lehrerkollegium und Mitarbeiter, Elternvertreter sowie die Klassen- und Tutoratssprecher des AGG zu Beginn der zweieinhalbstündigen Veranstaltung hin.

Sie persönlich blicke auf eine vierzehnjährige Zusammenarbeit mit Herrn Book in durchaus ereignis- und arbeitsreichen Jahren zurück, die von Offenheit, Wertschätzung Toleranz und Professionalität geprägt gewesen sei und immer den Mensch in den Mittelpunkt aller gemeinsamen Bemühungen im Sinne des Leitmottos unseres Gymnasiums gestellt habe, indem er seine Schüler unter anderem dazu angehalten habe, alles kritisch zu hinterfragen, was auch seine eigene Maxime gewesen sei. So habe denn auch aufgrund seines von ihr hervorgehobenen Scharfsinns – bei gleichzeitig an den Tag gelegter Gelassenheit – manche dienstliche Verordnung seiner kritischen Analyse nur bedingt standgehalten.

„Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“, der zweite Teil eines Zitats Francis Bacons, beschreibe aus Sicht von Frau Appelkamp die heutige Situation sowohl desjenigen, der an diesem Tage gehe, als auch derjenigen, die am AGG verbleiben würden, vermutlich sehr treffend, denn alle seien bei der Rückschau auf das Gewesene und auf das von Herrn Book für die Schule Geleistete von Dankbarkeit und einem Glücksgefühl erfüllt. Abschließend wünschte unsere stellvertretende Schulleiterin OStD Book für seine schulfreie Lebensphase Entspannung, Inspiration und Gesundheit sowie Freude bei der Anzahl auf ihn mutmaßlich wartender „Gourmet-Festivals“.

Begrüßung durch die stellvertretende Schulleiterin des Aue-Geest-Gymnasiums Frau StD´ Ute Appelkamp

„Mit Gespür für das Machbare viel für die Schule getan“

In ihrer Rede betonte die Dezernentin der Landesschulbehörde, Regierungsschuldirektorin Ellin Nickelsen, dass Herr Book, der mit einem kleinen Team das Aue-Geest-Gymnasium „aus der Taufe gehoben“ habe, über all die Jahre als eine wichtige und wertvolle Schulleitung für die Landesschulbehörde wahrgenommen worden sei. Er hinterlasse ein wohlbestelltes Haus, nunmehr aber schaue „der Hausherr auf das Errichtete und geht“.

Nach Darlegung seines Werdegangs und Wirkens als Pädagoge charakterisierte sie OStD Book, der sich in der AGG-Festschrift anlässlich des zehnten Geburtstags unseres Gymnasiums selbst als ein „glücklicher Schulleiter“ bezeichnet habe und dem – in Anspielung auf die Stärkung der gymnasialen Bildung im ländlichen Raum – immer wichtig gewesen sei, „Schule zu den Schülern zu bringen", als ausgeglichen, vermittelnd, authentisch und als jemanden, der wisse, was er wolle. Er habe sich, von ihr einst danach gefragt, seinen damaligen Schulleiter am Stader Athenaeum Herrn Krusemark zum Vorbild genommen und sich selbst in der Rolle eines „elder statesman“ gesehen.

Redebeitrag für die Landesschulbehörde von der Dezernentin Frau Ellin Nickelsen

Mit seinem Gespür für das Machbare, seiner Beharrlichkeit und Überzeugungsfähigkeit habe er viel für die Schule getan, wofür Frau Nickelsen ihm persönlich und im Namen der Niedersächsischen Landesschulbehörde dankte, bevor sie anschließend Herrn Book die offizielle Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand überreichte.

Überreichung der offiziellen Verabschiedungsurkunde an OStD Johann Book

Musikalischer Beitrag von der "Cantina-Band" mit "Fallin´" (Alicia Keys)

„Viel Vertrauen in die Arbeit des Vollblutpädagogen gehabt“

Der Stader Landrat Michael Roesberg beschrieb in seinem Redebeitrag unseren aus dem Dienst scheidenden Schuldirektor Johann Book, dessen Bild fortan in der Ahnengalerie des Aue-Geest-Gymnasiums an erster Stelle hängen werde, wie er augenzwinkernd hervorhob, als einen „Vollblutpädagogen“, in dessen Arbeit er persönlich und auch der Landkreis seit Beginn des Aufbaus und der Errichtung des Harsefelder Gymnasiums immer viel Vertrauen gehabt hätten. Zurecht sei das mit großem Enthusiasmus und einem starken Kollegium Geschaffene mit seinem Namen verbunden.

Zahlreiche „Events“ (u.a. Prozess der Namensgebung, Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Schulgelände, Engagement für den Volksbund) hätten dazu beigetragen, dass sich das Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld in der kurzen Zeit seines Bestehens und unter der Ägide von OStD Book einen guten Ruf erworben und dem Landkreis viel gegeben habe.

Zwar sei er „die tragende Säule“ unseres Gymnasiums gewesen, aber aus seiner persönlichen Beziehung zu Johann Book heraus wisse er, so gab sich Landrat Roesberg überzeugt, gebe dieser gerne die Leitung an seine Nachfolgerin ab. Es entfalle daher die Notwendigkeit, den aus seinem Amt Scheidenden zu trösten, gleichwohl doch künftig einige Privilegien entfallen würden: etwa die Herstellung von Telefonverbindungen, der verlässliche Start des täglichen Bildungsprogramms um 8 Uhr und nicht zuletzt – in Anspielung auf die Fahrgemeinschaft mit Frau Appelkamp – die langjährige Mobilitätsgarantie auf dem Weg zum Dienstort, die fortan der bangen Frage weiche „Wer nimmt mich nun mit, wenn ich an der Shell-Tankstelle in Stade stehe?“ 

Redebeitrag für den Schulträger von Herrn Landrat Michael Roesberg

Am Ende seiner Rede dankte Michael Roesberg im Namen des Schulträgers und des Stader Kreistages OStD Book für seinen unermüdlichen Einsatz und seine stets konstruktive Zusammenarbeit und wünschte ihm, bevor er unseren Schulleiter mit einem Kennzeichenhalter aus der Sonderedition des Landkreises Stade freundlich bedachte, sodass sein Nummernschild ihn künftig als „Botschafter unseres Landkreises“ ausweisen wird, dass alle seine Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

„Beispielhafte Zusammenarbeit mit einem couragierten Schulleiter“

Harsefelds Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann betonte in seinem Redebeitrag, dass er eine besondere Bindung zum Aue-Geest-Gymnasium habe, einer neuen Schule, der man damals hier vor Ort „Unterschlupf gewährt“ habe, darüber hinaus auch zu Herrn Book persönlich, von dem er annehme, dass dieser sich heute nur vom Schulleben des Fleckens verabschieden und auch weiterhin Projekte des Lions Club Harsefeld mit Herz und Verstand begleiten werde. Er lobte anschließend die Zusammenarbeit der Schule mit der Kommune und bezeichnete sie als beispielhaft, auch bei dem Bemühen, die Übergangsquote von der Grundschule aufs Gymnasium, die zuvor zwischen 15 und 25% gelegen habe, auf mehr als 40% zu steigern.

Herrn Book habe er, wie Rainer Schlichtmann weiter ausführte, überdies auch als couragierten Schulleiter schätzen gelernt, der seinerzeit eine andernorts abgesagte Vorführung des Films „Die Geige aus Cervarolo“ am AGG erlaubt habe, um ein nach seinem Verständnis richtiges Geschichtsbild zu vermitteln. Im Namen der Samtgemeinde Harsefeld dankte er OStD Book für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihm fürderhin eine ausgefüllte Freizeitgestaltung.

Redebeitrag für die Samtgemeinde Harsefeld von Herrn Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann

„Viel Knowhow und Verlässlichkeit gehen verloren“

In seinem Grußwort zeigte sich OStD Wolfgang Deutschmann als Vertreter der Niedersächsischen Direktorenvereinigung und ganz besonders als Mitglied aus dem Kollegenkreis des „Nassen Dreiecks“ angesichts der Tatsache, dass unser Schulleiter diesen Verein nunmehr verlasse, tief betrübt. Es werde mit Herrn Book, dem er eine schöne Zeit und alles Gute wünschte, „viel Knowhow, Verlässlichkeit und ein guter Freund“ verloren gehen, wie Herr Deutschmann bekundete.

Grußwort der Niedersächsischen Direktorenvereinigung (Abt. Lüneburg) von Herrn OStD Wolfgang Deutschmann

Seinen kollegialen Rat wird man vermissen

Auch Schulleiterin Monika Hanschen, die ihr Grußwort als Vertreterin der Schulen der Samtgemeinde entbot, lobte Herrn Book als verlässlichen, fairen und engagierten Kollegen, dessen Rat man künftig im besagten Kreis vermissen werde. Ihm persönlich wünschte Frau Hanschen, nachdem sie das besinnliche Gedicht „Ich wünsche dir Zeit“ von Elli Michler zitiert hatte, vor allem die Erfüllung des darin im letzten Vers zum Ausdruck kommenden Wunsches: „Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!“

Grußwort der Schulen der Samtgemeinde Harsefeld von der Schulleiterin der Grundschule Ahlerstedt Frau Monika Hanschen

Der Mann mit dem Mayser geht nach Haus"

Der dreistimmige Redebeitrag unserer Personalratsmitglieder OStR´ Kati Bente, OStR Thomas Dietz und StR Carsten Springmann geriet dann zu einen Parforceritt durch die Kulturgeschichte der Kopfbedeckung, bei dem mit in den schulischen Kontext gestellte sprichwörtliche Redewendungen zum Teil auch ganz persönlich wahrgenommene Charaktermerkmale des überzeugten und souveränen Hutträgers Herrn Book auf vergnügliche Weise illustriert wurden und die Ausführungen leitmotivisch durchzogen: Es falle schwer, sich von ihrem Schulleiter zu verabschieden, der am AGG für alle klar ersichtlich „den Hut aufhatte“, nur zu oft alle Dinge „unter einen Hut“ bringen musste, dem nie die „Hutschnur geplatzt“ sei und der – bezogen auf den Aufbau eines „Luftschlosses zum realexistierenden Gymnasium“ in Harsefeld – „den Hut passend gemacht“ habe, dass dieser wie angegossen sitze.

Schon erste persönliche wie später auch zahlreiche dienstliche Begegnungen seien für die drei Redner prägend gewesen: Menschlichkeit, Umsicht, Kompromissbereitschaft und Vertrauensbereitschaft hätten ihn als Schulleiter ausgezeichnet – selbst bei energischen Einsätzen, wenn es auch einmal gegolten habe, aus der Sicht des Kollegiums unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen oder man „eins auf den Hut“ bekommen habe.

Auch eine bislang einmalig stattgefundene „Klimakonferenz“ habe in 2400 Tagen Zusammenarbeit dem gegenseitigen Vertrauen und der Wertschätzung aus der Sicht des Personalrats keinen Abbruch getan: „Sie zeigten in schwierigen Situationen wahre Größe, hatten stets Bezug und Kontakt zum Kollegium und zur Schülerschaft, waren immer ansprechbar, präsent und sind zudem als `guter Biologe´ umweltschonend zur Schule gefahren“, bekannte abschließend der Personalratsvorsitzende und Biologielehrer OStR Dietz und schloss mit den Worten: „Wir sind traurig, dass wir einen so guten Schulleiter verlieren. Chapeau, Herr Book!“

Redebeitrag des Personalrats am Aue-Geest-Gymnasium von OStR´ Kati Bente, OStR Thomas Dietz und StR Carsten Springmann

Unter der Leitung von OStR´ Kati Bente betrat unmittelbar darauf das Lehrerkollegium des Aue-Geest-Gymnasiums „gut behütet“ die Bühne und intonierte ein eigens komponiertes Loblied auf ihren aus dem aktiven Dienst scheidenden Schulleiter mit dem Titel „Der Mann mit dem Mayser geht nach Haus“ in Anspielung auf dessen unverwechselbares Markenzeichen, zog am Ende des musikalischen Beitrags vor ihm ehrbietig den Hut und überreichte ihm als Abschiedsgeschenk eine vom gesamten Lehrkörper signierte Kopfbedeckung sowie später noch als Erinnerung ein überdimensionales, von allen Fachschaften gestaltetes Klassenbuch: „Johann Book – Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld – Klasse 1A“.

Riesenverständnis für die Schülerschaft und deren Eltern

Die langjährige Elternratsvorsitzende des Aue-Geest-Gymnasiums Frau Kordula Schäfer brachte in ihrem Redebeitrag zum Ausdruck, dass es ihr anlässlich der Verabschiedungsfeier für Herrn Book eine persönliche Ehre sei, nach vielen Jahren der im Zusammenhang mit ihrem einstigen Amt stehenden gedeihlichen Zusammenarbeit auf diese und zudem auf gemeinsame persönliche Momente zurückblicken zu dürfen.

Der Schulleiter Herr Book sei nicht nur in dieser Zeit zum Wohle sämtlicher Beteiligter an diesem Gymnasium tätig gewesen, habe vielfältige Aufgaben und Probleme gemeistert und dabei mit Gelassenheit persönliche Anfeindungen nicht persönlich genommen. Er habe ein „Riesenverständnis für seine Schülerinnen und Schüler“ gehabt und zudem auch für die Sorgen der Eltern viel Verständnis gezeigt. Frau Schäfer bedauerte abschließend, dass das AGG mit ihm einen Direktor verliere, der „kompetent und menschlich zugleich“ sei, wünschte ihm von Herzen alles Gute für die kommende Zeit und stellte ihm noch augenzwinkernd einen neuen Traumjob in Aussicht, der hier aber ungenannt bleiben soll.

Redebeitrag des Schulelternrats am Aue-Geest-Gymnasium von Frau Kordula Schäfer

Im zweiten Zuhause unterstützt und wertgeschätzt gefühlt"

Der Redebeitrag der Schülerschaft von unseren frisch gebackenen Abiturienten Julia Howe, Michelle Vogt und Joost Meyer bestätigte nachdrücklich die Wahrnehmung ihrer Vorrednerin Frau Schäfer. Sie hätten sich von ihrem in den Ruhestand gehenden Schulleiter stets unterstützt, wertgeschätzt und gut aufgehoben gefühlt in ihrem „zweiten Zuhause“, dem AGG, das durch Herrn Book Charakter bekommen habe: nicht so sehr durch dessen obligate SKG (Schulkontrollgänge), sondern vielmehr durch seine Unterstützung und Offenheit gegenüber zahlreichen Projekten und Aktivitäten unseres Schülerrats. Und weil die eigene Charakterbildung bekanntlich noch nicht abgeschlossen sei, bedauerten sie, „kein(en) Book mehr zu haben“ und künftig auf seine niveauvollen Witze verzichten zu müssen. 

Redebeitrag für die Schülerschaft des Aue-Geest-Gymnasiums von den Abiturienten des Jahrgangs 2018 Julia Howe, Michelle Vogt und Joost Meyer

Im Namen aller Schülerinnen und Schüler des AGG bedankten sich die drei Redner für seine in die Schule und für die Schulgemeinschaft investierte Zeit bei demjenigen, aus dessen Händen ihr Abiturjahrgang 2018 erst kürzlich das letzte von bislang insgesamt 654 an unserem Gymnasium erworbenen Reifezeugnissen entgegengenommen hatte, und mit einem Blumenstrauß auch bei Frau Book für ihr konspiratives Verhalten, das die geheime Vorbereitung der am letzten Schultag von der Schülerschaft erfolgenden Verabschiedung ihres Schulleiters möglich gemacht habe.

Musikalischer Beitrag von Arne (Cello) und Jannik Löhden (Klavier) mit "Cavatina" (Joachim Raff)

Zielstrebig und mit richtiger pädagogischer Grundausrichtung"

Eigentlich nicht vorgesehen und spontan richtete anschließend Herr Helmut Dammann-Tamke (MdL) einige Worte an den künftigen Pensionär und die versammelten Anwesenden, in denen er auf die eigene Schulzeit am Stader Athenaeum, in der er als Schüler Herrn Book das erste Mal begegnet sei, zurückblickte. Mit dessen Zielstrebigkeit und an den Tag gelegter Autorität sei dieser so gar nicht das gewesen, was ihm und seinen Mitschülern in der Hochzeit der 68er-Bewegung als vorbildhafter Lehrercharakter wünschenswert erschienen sei.

Nach 40 Jahre müsse er aber seinen damaligen ersten Eindruck revidieren: Herrn Books fordernde pädagogische Grundausrichtung halte er nunmehr für eine gute und richtige. Nicht nur dadurch hätten dankenswerterweise insbesondere er wie gleichfalls das Kollegium das Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld binnen kurzem zu einer „tragenden Säule der gymnasialen Schullandschaft im Kreis Stade“ gemacht.

Redebeitrag des Mitglieds des Niedersächsischen Landtags Herrn Helmut Dammann-Tamke

Im pädagogischen Paradies ein vom Glück Verfolgter

In seiner Schlussrede nahm dann der aus seinem Amt scheidende Schulleiter des Aue-Geest-Gymnasiums OStD Johann Book das in ihrer Begrüßungsansprache von Frau Appelkamp angeführte Zitat des englischen Philosophen und Staatsmannes Francis Bacon wieder auf, dessen Aussage er nach einem so von ihm selbst empfundenen facettenreichen und erfüllten Berufsleben in vollem Umfang auf sich beziehen könne: Er sei dankbar und glücklich – über die richtige, mit von seiner Ehefrau beeinflussten Berufswahl, über pädagogische Vorbilder wie seinen ehemaligen und am heutigen Tage anwesenden Lehrer OStR Bertold Rieger, der nicht nur den Leistungsaspekt, sondern stets auch die Persönlichkeit seiner Schüler im Auge gehabt habe, und nicht zuletzt über sein herausforderndes und erfüllendes Amt als Schulleiter des Harsefelder Gymnasiums, sodass er alles andere als auf ein „verpfuschtes Leben“ zurückschaue oder gar des Trostes bedürfe, wie es der Flickschuster in Karl Heinrichs Waggerls Anekdote einem Volksschullehrer ob dessen Profession weiszumachen trachte.

Er dagegen habe die einmalige Chance gehabt, mit einer kleinen Planungsgruppe von Grund auf das moderne Gebäude des Gymnasiums Harsefeld zu planen und die Schule zu einem „pädagogischen Paradies“ – wie es eine Referendarin einmal bezeichnet habe – heranwachsen zu sehen. Und er dankte in diesem Zusammenhang allen, die an diesem fortwährend unter einem guten Stern stehenden Gründungsprozess und der weiteren Entwicklung mitgewirkt hätten: seinen stets loyalen Koordinatoren in der Schulleitung, dem engagierten Kollegium, einer Schülervertretung, die Maßstäbe gesetzt habe, der aktiven Elternschaft, dem zuverlässigen und umsichtigen Sekretariats- und Hausmeisterteam, dem fürsorglichen Schulträger, den über die Jahre unterschiedlichen unserer Schule wohlgewogenen Dezernenten und nicht zuletzt seiner langjährigen Stellvertreterin Frau Appelkamp, wobei er sich besonders darüber freue, wie er ausdrücklich betonte, dass sie seine Nachfolge antreten werde.

Schulleiter zu sein bedeute zwar, jederzeit im Spannungsfeld zu stehen und Interessen auszutarieren, und da dies nicht erlernbar ist, bedarf es auch Vorbilder, die er gehabt habe und denen er sich ebenso zu Dank verpflichtet fühle. Rückblickend betrachtet müsse er sich als jemand fühlen, der „vom Glück verfolgt“ worden sei und dem an dieser Stelle nichts weiter kund zu tun bleibe als „Danke für all das Gesagte, die Geschenke und das, was musikalisch vorgetragen wurde“.

Man müsse für seine nun kommende "arbeitsfreie Zeit" im Übrigen nicht befürchten, dass die drei von Voltaire in einem seiner Aphorismen genannten großen Übel (die Langweile, das Laster und die Not) ihm zwangsläufig widerfahren würden, versicherte Schulleiter OStD Book, und er schloss seine Rede mit den Worten: „Ich gehe jetzt und wünsche meiner Schule eine geduldige Entwicklung, meiner Nachfolgerin eine glückliche Hand und der Schulgemeinschaft alles Gute für die Zukunft!“, woraufhin alle Anwesenden dem scheidenden Schulleiter des Aue-Geest-Gymnasiums zu applaudierten und sich als Respekterweis von ihren Plätzen erhoben. Den musikalischen Schlussakkord des offiziellen Teils setzte dann noch ein Gesangsbeitrag der Fachgruppe Musik.

Rede des Schulleiters des Aue-Geest-Gymnasiums Harsefeld Herrn OStD Johann Book

Musikalischer Beitrag der Fachgruppe Musik am Aue-Geest-Gymnasium mit "Breaking up is hard to do" (Greenfield/Sedaka)

Fotos: D. Hinrichs