Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld

Teilnahme an der Schülerakademie in Papenburg

Anfang des Jahres bekamen einige Schülerinnen und Schüler des Aue-Geest-Gymnasiums Harsefeld die Möglichkeit, sich um die Teilnahme an Kursen der Deutschen SchülerAkademie zu bewerben. Bei den Schülerakademien handelt es sich um mehrtägige Ferienprogramme, die Jugendlichen aus ganz Deutschland und dem Ausland die Möglichkeit bieten, in einer Bildungsstätte oder einem Internat unterschiedliche Kurse aus den Bereichen Geistes-, Sozial-, und Naturwissenschaften auf dem Niveau der ersten Universitätssemester zu belegen, was von Johanna Maria Kalinski wahrgenomen wurde.

Auf Vorschlag von Frau Appelkamp stellte ich mich dem Bewerbungsverfahren. Dieses bestand z. B. aus einem Motivationsschreiben, in dem die Bewerber nicht nur ihr Interesse für die Teilnahme an der Akademie, sondern auch ihr außerschulisches Engagement beschreiben mussten. Anschließend konnten die Bewerber zwischen verschiedenen Kursen wählen, die sie während der Akademiezeit besuchen würden. Mein Erstwunsch fiel dabei auf einen zehntägigen Kurs mit dem Namen „Auf Messers Schneide – Zelluläre (Fehl)entscheidungen“, der in einer Bildungsstätte in Papenburg, nahe der Niederländischen Grenze, stattfinden würde. Organisiert wurde dieser Kurs von der staatlich geförderten Organisation „Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V.“ (JGW).

Im Mai bekam ich schließlich die Zusage, an diesem Kurs teilnehmen zu dürfen. Bereits vor Beginn der Ferien lernte ich meine zukünftigen Kursleiter per E-Mail und Telefon kennen und bekam die Aufgabe, vorbereitend für die Kursarbeit, einen kleinen Aufsatz über das Thema „Zelldifferenzierung“ zu schreiben, den ich in Kooperation mit meinem Biologielehrer, Herrn Gedde, fertig stellte.

Mit den immer näher rückenden Sommerferien entwickelte sich ein, wie sich später herausstellte, weit verbreitetes Phänomen, nämlich der beunruhigende Gedanke, dass ich zehn wertvolle Tage meiner Sommerferien in Norddeutschlands Einöde vor dicken Büchern verbringen würde - eine Sorge, die sich dann als völlig unbegründet herausstellen sollte.

Am 25. Juli 2015, dem Tag der Anreise, empfing mich mein Kursleiter und führte mich auf mein Zimmer, welches ich mit einer weiteren Teilnehmerin teilte. Bereits zwei Stunden nach der Ankunft stand Kursarbeit als nächster Punkt auf dem Programm. In einer Gruppe von ca. zehn Schülern beschäftigten wir uns insgesamt sechs Stunden am Tag mit zellulären Regulationsprozessen und Signalweiterleitungen. Die Leitfragen waren: Warum weiß die Zelle, was sie ist und was sie tun soll. Das Sprichwort „Auf Messers Schneide“ erhielt in dem Moment seine Berechtigung, als das Thema Krebs angesprochen wurde, bei dem jegliche zelluläre Regulation ausgeschaltet wird. Was sich hier nach trockenen Reaktionsschemen anhört, entwickelte sich in der Kursarbeit zu einem spannenden Ideenaustausch. Kliniknahe und aktuelle Beispiele aus der Forschung trugen ihren Teil dazu bei.

In dieser besonderen Arbeitsatmosphäre war es keine Seltenheit, dass man mit seinen neu gewonnenen Freunden die Zeit vor dem Biobuch vergaß und bis in den späten Abend das Interesse am Verstehen der Inhalte nicht verlor. Die Krönung der Kursarbeit stellte eine nervenaufreibende Präsentation dar, bei der jeder Teilnehmer den anderen Akademieteilnehmern sein erarbeitetes Wissen vorstellte und von den Kursleitern bewertet wurde.

Neben dem schulischen Anteil in der Akademie bot sich zudem ein vielseitiges Freizeitprogramm, welches von den Teilnehmern zum großen Teil selbst gestaltet wurde. Von einigen aus dem Ausland angereisten Jugendlichen bekamen wir Einblicke in Sprachen wie Israelisch, Portugiesisch und Russisch, spielten Volleyball oder Basketball oder veranstalteten einen akademieinternen Poetry Slam. Zudem bot sich die Möglichkeit, am Akademiechor bzw. Orchester teilzunehmen, die am vorletzten Abend ein Akademiekonzert veranstalteten. Zudem informierten uns die Kursleiter über das richtige Bewerben an Universitäten, für Stipendien oder Auslandsaufenthalte. Leider konnte ich mich trotz der Beratung bislang nicht für einen zukünftigen Studiengang entscheiden oder zumindest eine Richtung festlegen.

Durch diese vielseitigen Angebote konnte ich dennoch viele verschiedene Menschen kennen lernen, die nur in den seltensten Fällen dem klischeehaften „Nerd“ entsprachen. In der Akademiezeit habe ich nicht nur biologisch etwas dazugelernt, sondern habe erfahren, dass sich aus einer guten und engagierten Zusammenarbeit echte Freundschaften entwickeln können. Der Umgang untereinander, das Arbeitsklima und auch die tatsächlichen Resultate der Kursarbeit haben die Zeit in Papenburg für mich unvergesslich gemacht. Am letzten Abend ging es daher auch nicht wenigen Teilnehmern so, dass die Trauer, die Norddeutsche Einöde zu verlassen, doch sehr groß war und sogar einige Tränen flossen. Mit dem Versprechen, sich wiederzusehen und dem Akademiemotto „Sei nicht traurig, dass es vorbei ist, sondern sei glücklich, dabei gewesen zu sein“ verließ ich schließlich am 04. August Papenburg.

An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Schulleitung des AGG Harsefeld, insbesondere bei Frau Appelkamp, sowie bei Herrn Gedde bedanken, die es mir ermöglicht haben, eine so tolle Erfahrung zu sammeln.

Bericht von: Johanna Maria Kalinski (Jg.12)