Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld

Bromaustritt im Chemieraum - Aktuelle Informationen

Eine Woche nach dem Austritt von Brom im Chemieraum ist die Normalität in unseren Schulalltag zurückgekehrt. Nach dem verständlichen ersten Schock und den auch in der Öffentlichkeit geäußerten Befürchtungen und Spekulationen hat sich glücklicherweise herausgestellt, dass die direkt vom Unfall betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wieder wohlauf sind und schon seit Montag dieser Woche in vollem Umfang am Unterricht teilnehmen können.

Es kann also ein vorläufiges Fazit gezogen werden:

  1. Durch umsichtiges Verhalten der unterrichtenden Chemielehrkräfte unmittelbar nach dem Unfall wurde sichergestellt, dass die direkt betroffenen Schüler und auch die Schüler in den benachbarten Fachräumen schnellstmöglich die Gefahrenzone des naturwissenschaftlichen Traktes verlassen konnten. Die bei einigen Schülern der Klasse 9L und beim hier unterrichtenden Lehrer aufgetretenen leichten Verletzungen bedauern wir sehr, sie waren jedoch nach Lage der Dinge wohl nicht vermeidbar.
     
  2. Die Evakuierung des Gebäudes verlief zügig und sorgte dafür, dass die Schüler, die sich in den anderen Trakten aufhielten, das Gebäude rechtzeitig verlassen konnten und keinen schädlichen Dämpfen ausgesetzt wurden.
     
  3. Die Alarmierung der Einsatzkräfte sorgte für die schnellstmögliche medizinische Betreuung der leicht verletzten Personen und setzte einen Großeinsatz in Gang, der nach Aussage von Herrn Hase, dem Leiter des Umweltzuges, vorbildlich verlief.
     
  4. Die Nachbetrachtung ergibt, dass Schulleitung und Einsatzkräfte adäquat auf den Unfall reagierten und so größerer Schaden abgewendet werden konnte. Die geplante schulinterne Aufarbeitung der Vorgänge wird zeigen, ob und an welcher Stelle eine Optimierung der Abläufe bei künftigen Gefahrensituationen möglich ist.
     
  5. Der Chemieraum, dessen Raumluft ebenso wie die aller anderen Gebäudeteile kein Brom enthält, wird in den nächsten Tagen saniert und soll nach den Herbstferien wieder für den Unterricht genutzt werden können.
     
  6. Alle Sachschäden, die den Schülern der 9L bzw. deren Eltern entstanden sind, sollten noch vor den Herbstferien der Schule gemeldet werden, damit die Schadensregulierung baldmöglichst in die Wege geleitet werden kann.
     

Brom ist ein Stoff, der an allen Gymnasien nach den geltenden Richtlinien für den Chemieunterricht und für das Zentralabitur benötigt wird. Natürlich ist der Unfall vom 20. September für uns Anlass, das Sicherheitskonzept zu überprüfen und sinnvolle Nachsteuerungen auch im Hinblick auf andere mögliche Gefahrensituationen vorzunehmen.
 

Die Schulleitung

 

Stellungnahme zur Berichterstattung des WOCHENBLATTES zum Chemieunfall am Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld am 20.09.2013

Der Vorstand des Schulelternrates, der Schülersprecher sowie die Elternvertreter und die Klassensprecher der betroffenen Klasse 9 L möchten, dem Wunsch eines Großteils der Eltern- und Schülerschaft entsprechend, zur Berichterstattung des WOCHENBLATTES wie folgt Stellung nehmen:

1 - Wir kritisieren die Berichterstattung des WOCHENBLATTES zum Chemieunfall an unserer Schule. Dies betrifft insbesondere die ständig veränderten und mit vielen Unwahrheiten versehenen Online-Berichte unmittelbar nach dem Unfall, als auch die weiteren im Wochenblatt veröffentlichten Artikel und der Kommentar des zuständigen Redakteurs. Inhalt und Stil der Artikel lassen uns mangelhafte Recherche und überhastete Berichterstattung vermuten. Die Beiträge dienten nicht der sachlichen Information sondern wurden von einer Vielzahl der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern als verunsichernd, unseriös und reißerisch empfunden.

2 - Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir die Reaktion des Fachlehrers und der weiteren beteiligten Lehrkräfte sowie der Schulleitung nach dem Unfall als der Situation angemessen erachten. Der Vorfall und seine Folgen werden innerhalb der schulischen Gremien, bei der Schulleitung und den für die Sicherheit Verantwortlichen evaluiert werden, um auf zukünftige ähnliche Notfälle noch besser vorbereitet zu sein. Zunächst einmal sind wir in diesem Zusammenhang froh und dankbar, dass der Unfall ohne schwerwiegende Folgen für die Beteiligten abgelaufen ist.

3 - Wir weisen die in den Artikeln geäußerte Kritik an der Schule entschieden zurück. Wir empfinden die Bewertung des Krisenmanagements und der Informationspolitik der Schulleitung als völlig unangemessen und in keiner Weise nachvollziehbar. Die am Unfalltag ergriffenen Maßnahmen, die wiederholt aktualisierten Mitteilungen der Schulleitung auf der Homepage, den zeitnahen Elternabend der betroffenen Klasse, den Informationsaustausch auf der Schulelternratssitzung sowie den Elternbrief vom 26.09.2013 bewerten wir als adäquat, positiv und konstruktiv.

Nach eingehender Beratung haben wir uns entschlossen, diesen Weg der Information zu wählen und keinen Leserbrief o. Ä. an die Redaktion des WOCHENBLATTES zu schreiben, um die unsachliche öffentliche Diskussion nicht noch weiter anzufachen. Etliche Mitglieder der Schulelternschaft haben jedoch bereits als Konsequenz von der Möglichkeit der Abbestellung des WOCHENBLATTES Gebrauch gemacht.


gez. Kordula Schäfer
(SER-Vorsitzende)

02. Oktober 2013