Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld

Genau unter der Lupe: Ökosystem "Wald"

Am Montag dieser Woche (15.10.12) unternahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 L von StR Thomas Dietz im Fach Biologie eine Exkursion in den schulnahen und unter Naturschutz stehenden Braken, um sich unter seiner fachkundigen Leitung und in Begleitung zweier weiterer sich ihnen hinzugesellter professioneller Waldführer das Ökosystem „Wald“ sowie seine Bewohner „live und in des Herbstes Farben“ einmal ganz genau anzuschauen. Von ihrem lupenreinen Naturerlebnis der besonderen Art berichten Anne Sofie Sell und Hannah Boinowitz.

Unsere Klasse 7 L hatte an diesem Montag einen etwas anderen „Schultag“ vor sich: Um 8.00 Uhr trafen sich alle im Forum mit unserem Biologielehrer Herrn Dietz, um gemeinsam in die Bio-Sammlung zu gehen und sich mit Bestimmungsbüchern zu bewaffnen. Danach hatten wir noch kurz Zeit, bevor wir uns dann um 8.20 Uhr vor der Turnhalle unserer Schule trafen, um uns gemeinsam in Richtung Braken aufzumachen.

Dort warteten bereits die Waldpädagogin Mareike Bösch und ihr Kollege Dieter Wegener auf uns. Nach einer Begrüßung sowie einer kurzen Einführung in das Jagdwesen setzte sich unser „Naturerkundungstrupp“ in Gang. Zunächst ging es an eine Lichtung, wo wir in sechs Gruppen, in denen wir im Laufe des Tages viele Aufgaben bewältigen sollten, eingeteilt wurden. Aber nicht - wie sonst immer üblich - mit Hilfe des Durchzählens, sondern mit kleinen Puzzles, die Waldtiere zeigten (z. B. Fuchs, Wildschwein, Rothirsch usw.).

An der nächsten Station sollten wir dann in einer Bodenleiter die verschiedenen Zersetzungsstadien der Laubstreu darstellen. Dazu haben wir zunächst eine viersprossige Leiter aus Stöcken gelegt und dann einige Blätter in den unterschiedlichen Fächern entfernt. Zum Abschluss dieser ersten Aufgabe hat uns die Gruppe „Wildschwein“ ihre Leiter gezeigt und vorgestellt. Anschließend haben wir Becherlupen und Bestimmungsschlüssel von Frau Bösch ausgehändigt bekommen und sind in unserer Leiter auf die „Jagd“ nach Kleinstlebewesen gegangen. Wegen unseres geringen „Jagderfolges“ aber, denn die Jahreszeit ließ es nicht anders zu, haben wir stattdessen im Totholz „gejagt“. Dieses Mal war das Ergebnis deutlich besser.

Im Anschluss daran haben wir noch ein kleines Spiel gespielt: Frau Bösch hat uns Fragen gestellt, und wir mussten uns für „Richtig“ oder „Falsch“ entscheiden. Eine Frage war zum Beispiel: „ In einer Handvoll Waldboden leben so viele Tiere wie Menschen auf der Erde. Richtig oder falsch?“ Übrigens stimmt diese Aussage tatsächlich! Nach diesem Spiel wechselten wir erneut die Station.

Dieses Mal bekamen wir Augenbinden ausgehändigt und sollten uns in einer langen Schlange aufstellen. Wir waren also blind und hielten uns alle an den Schultern des Vordermannes fest. So gingen wir ein Stück im Dunklen durch den Wald, doch schon bald erreichten wir ein Seil, an dem wir uns entlanghangeln konnten, um schließlich an unser Ziel zu gelangen. Anschließend hat uns Herr Wegener dann noch erzählt, was uns diese Übung zeigen sollte, nämlich wie aufmerksam man sein muss, um alles, was im Wald so kreucht und fleucht, genau wahrzunehmen: Man kann z.B. mit den Händen die Rinde eines Baumes erfassen oder mit den Ohren einen Vogel singen hören. Alle anderen Sinne sind viel stärker ausgeprägt, wenn man - so wie wir in dieser Situation - als „Blinder“ nicht das Geringste sieht.

Nach dieser beeindruckenden Sinneserfahrung haben wir eine 20minütige Pause bis um 11.00 Uhr gemacht. Gleich danach sind wir weitergegangen und haben in unseren Gruppen einen Baum zugeteilt bekommen, mit dem wir uns genauer beschäftigen sollten. Dabei galt es, ein Arbeitsblatt auszufüllen, wozu wir unseren Baum bestimmen und beschreiben mussten: „Wie sieht die Borke aus?“, „Welche Früchte hat der Baum?“. „Ist er ein Laub- oder Nadelbaum?“ Das waren nur einige Fragen, die wir beantwortet haben.

Bei unserem nächsten Zusammenkommen haben wir die Kluppe (ein Gerät zum Messen des Baumdurchmessers) kennengelernt, zudem erfahren, wie man die Höhe eines Baumes anhand eines Astes bestimmt, und eine Formel für das Errechnen des Volumens eines Baumes sowie seines Umfangs genannt bekommen. Wir haben daraufhin alle fleißig gerechnet und „unseren Baum“ vermessen. Nun konnten wir noch mehr über „unseren Baum“ sagen, beispielsweise wie groß er ist und wie viel Kubikmeter Holz man aus ihm machen könnte, würde man ihn denn fällen. Zum Abschluss dieser Aufgabe hat jede Gruppe ihren Baum, den sie ganz genau „unter die Lupe“ genommen hatte, vorgestellt und allen anderen Mitschülerinnen und Mitschülern gezeigt.

In einer Abschlussrunde hatte jeder dann noch vor Ort die Möglichkeit, seine Meinung über die Exkursion sagen zu können, bevor wir gegen 13.10 Uhr wieder zur Schule zurückkehrten. Nach einer weiteren Nachbesprechung im Biologieraum ging es dann nach einem spannenden und ereignisreichen Tag in der freien Natur um 13.20 Uhr nach Hause.

Bericht und Fotos von: Anne Sofie Sell und Hannah Boinowitz (7 L)